Zivilcourage lernen: Analysen – Modelle – Arbeitshilfen

Mit den großen Programmen Entimon, Civitas und Xenos gibt es in Deutschland pädagogische Projekte und Verhaltenstrainings in Schulen und in der Erwachsenenbildung, Runde Tische zur Gewaltprävention und Preis-verleihungen an mutige Mitbürger.

So richten sich Aufmerksamkeit und Anstrengungen zu Recht auf die drängenden, sichtbaren Probleme:
Rassismus und Rechtsextremismus, vor allem aber die Zunahme von Gewalt, nicht nur in der Schule und unter Jugendlichen. Im Mittelpunkt der Diskussion steht – neben der Erörterung der Ursachen – die Frage,
wie man mit „Tätern“ und „Opfern“ umgeht, wie man effektiv eingreifen, die Öffentlichkeit mobilisieren und insgesamt „die Probleme in den Griff bekommen“ kann.

Zivilcourage sollte verstanden werden als öffentliches Handeln im Alltag, als sozialer Mut in der Lebenswelt der Bürger, als Element der Zivilgesellschaft.
Es geht um die alltägliche Meinungsfreiheit und die Akzeptanz von Widerspruch bis hin zur Anerkennung bzw. Nicht-Diskriminierung von Menschen, die sich einsetzen für Recht und Gerechtigkeit, für „aufrechten Gang“ und die Achtung der Menschenwürde.

Gerd Meyer: Zivilcourage fördern
„Wir verstehen Zivilcourage als „sozialen Mut“ in sehr unterschiedlichen Kontexten. Wir haben uns bewusst nicht beschränkt auf jene oft gewalthaltigen Situationen im öffentlichen Raum, in denen man meist spontan und mit körperlichem Risiko für sich selbst eingreifen sollte. Wichtiger noch scheint uns das alltägliche Handeln am Arbeitsplatz, in Bildung und Erziehung, in Verwaltung und öffentlichen Diskussionen:
– Wie kann man sozial mutige Interventionen im Alltag fördern?
– Wie gehen wir als Einzelne mit Macht und Hierarchien um?
– Wie bewältigen wir Konflikte, gerade auch dann, wenn wir unterlegen oder in der Minderheit sind, wenn wir ab- weichen wollen von dem, was „man“ denkt und tut?
– Wie können wir Zivilcourage als demokra- tische Tugend in der politischen Kultur unserer Gesellschaft verankern?

Siehe weiter unter:
https://www.slideshare.net/gkrejci1/zivilcourage-lernen

Quelle:
BPB – Bundeszentrale für Politische Bildung
LPB – Landeszentrale für Politische Bildung Baden-Württemberg
Gerd Meyer, Ulrich Dovermann, Siegfried Frech, Günther Gugel
slideshare.net/gkrejci1

Eine Antwort auf „Zivilcourage lernen: Analysen – Modelle – Arbeitshilfen“

  1. zu Gerd Meyer´s Einleitung – Teil 1 – Zum Stand der Forschung. Die Beiträge im Überblick

    DER ERSTE WISSENSCHAFTLICH ORIENTIERTE TEIL DES BANDES

    – klärt den inzwischen fast inflationär gebrauchten Begriff der Zivilcourage und entwickelt einen konzeptuellen Rahmen für wissenschaftliche Analysen wie für die politische Bildung (und könnte so auch zu mehr Präzision in der öffentlichen Diskussion beitragen;

    – fragt nach den demokratietheoretischen und normativen Grundlagen von Zivilcourage;

    – präsentiert in Beiträgen aus unterschiedlichen Disziplinen exemplarisch wichtige Ansätze, Ergebnisse und Perspektiven wissenschaftlicher Studien zum Thema Zivilcourage und reflektiert den Stand der Forschung;

    – analysiert forschungs- und praxisbezogen Bedingungen und Faktoren, die zivilcouragiertes Handeln fördern bzw. hindern, und zeigt Ansatzpunkte für die politische Bildung auf.

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