Wie könnte das finanziert werden?

Erste Überlegungen zur Finanzierung:

Auch unser derzeitiges Bildungssystem kostet viel Geld. Insofern geht es hier grundsätzlich um keinen neuen Budgetposten.

Zunächst bedarf es eines erst herzustellenden, breiten gesellschaftlichen Konsens.  Insofern ist in einer auszuhandelnden Übergangsfrist  die finanzielle und rechtliche Gleichstellung der „alten“ und unserer „neuen freien Schule“ eine unerlässliche Voraussetzung dafür, dieses  – und vielleicht auch andere innovative neue Modelle –  realisieren zu können.

Nach unseren Vorstellungen soll jedem in Österreich lebenden Kind vom Staat ein individuelles (fiktives) Bildungskonto eingeräumt werden.  Aus diesem sollen sich die Schulen – staatliche, wie private – ausschließlich finanzieren. Maßstab dafür könnten durchaus die bisherigen durchschnittlichen Ausgaben des Staatenbund der Bundesländer für Bildungsaufgaben (Schulen, Lehrer, etc.) sein, die zu gleichen Teilen auf die Bildungskonten aufgeteilt werden. (Dem Staat entstehen DARAUS also keinerlei Mehrkosten.)  Gleichzeitig sollten allen sonstigen (Privat-) Schulen jegliche Förderung über den durch das Bildungskonto gedeckten Beitrag entzogen werden, damit alle Schulen unter vergleichbaren Bedingungen agieren und disponieren können.

Um eine „neue freie Schule“ zu gründen, können interessierte Pädagogen, Bildungswissenschafter und Eltern eine Interessensgemeinschaft gründen, die dann gemeinsam das pädagogische Konzept dieser Schule bzw. Bildungseinrichtung erarbeiten (oder aus einem Katalog bereits erprobter, anerkannter Modelle auswählen) und in einem umfassenden Konzept ihre pädagogischen und didaktischen Methoden und Bildungs-Ziele und ein Organisationskonzept schriftlich darlegen.

Gleichzeitig sollte von der Initiatorengemeinschaft ein kleines Verhandlungs- und Präsentationsteam (bestehend aus zumindest einem pädagogischen Sprecher und einem Organisationsbeauftragten) nominiert werden, das das Projekt bis zu seiner offiziellen Gründung durch den Instanzenzug präsentiert und vertritt. (Über ein geeignetes „offenes Zulassungsverfahren“ bis hin zur Finanzierungszusage und dessen Beurteilungskriterien müssten sich die entsprechenden Fachleute und Interessensvertretungen selbstverständlich vorher verständigt haben).

Die „Neue Freie Schule“ unseres Konzeptes muss nicht mehr zwingend in Klassen Gleichaltriger organisiert werden. Sie kann allerdings, wenn das im Organisationskonzept so vorgesehen ist, durchaus auch in einem Misch-System aus „Klassenunterricht“ und bunt gemischten „Interessensgruppen“ organisiert sein.

Ähnlich verhält sich das mit den „Leistungsbeurteilungen in der Neuen Freien Schule“: Im Prinzip sollten wir es den einzelnen Schulmodellen – also den Dialogpartnern von Eltern & Lehrerschaft – frei stellen, ob und in welcher Form überhaupt „Leistungen“ der Schüler zensiert werden.

Freilich, WAS sollte denn zensiert werden, in einer Schule, in der es vorrangig darum geht, Kinder/Jugendlichen zu ermächtigen, sich ihre Welt entsprechend ihren eigenen Anlagen, ihren eigenen Interessen und natürlich ihrem eigenen Entwicklungstempo zu erobern? Wie wollte man BEURTEILEN, ob und wie weit ein Kind in einem bestimmten Lebensabschnitt SEINE Möglichkeiten und Anlagen optimal (?) oder auch nur annähernd (?) ausgereizt hat, SEINEN WEG bereits gefunden hat und dabei sehr glücklich, glücklich oder eben nur gerade nicht unglücklich war? Und was sind denn Noten (oder sonstige festgeschriebene Beurteilungen) wert, bei jungen Menschen, die inmitten einer beinharten Leistungsgesellschaft eben NICHT zu angepassten Marionetten der Macht, NICHT zu „genormten“, in Schablonen gepressten, „industrietauglichen“ Befehlsempfängern werden sollen?

In den meisten Fällen wird „die Neue Freie Schule“ also (weit gehend) auf jede herkömmliche Form der „Leistungs-Beurteilung“ verzichten. Ob und wie weit bei einem Verzicht auf Leistungsbeurteilungen den Absolventen die Möglichkeit angeboten wird, ähnlich wie  bei der heutigen Externistenmatura, sich freiwillig an einer externen „Standard-Messung zu unterziehen, um allfällige Defizite für ihren Weiterbildungsweg ergründen zu können, kann man durchaus diskutieren – obligat sollte das jedoch keineswegs sein. ©Copyright: Demokratische Soziale Initiative

Ein Beispiel, wie so eine „neue Schule aussehen könnte.

Die neue Schule: Sieben Schritte von der Vision zur Realität

zurück zur Themenseite