Wie eine Nation sich ihr Denken einredet und daraus Politik macht !

Menschen sind rationaleWesen, sie können vernunftgesteuert handeln. So denken viele Menschen, doch mit dieser Vorstellung hinken wir den Erkenntnissen der Neuro- und Kognitionsforschung hinterher !
Denn in Debatten sind nicht Fakten an und für sich entscheidend, sondern gedankliche Deutungsrahmen, in der kognitiven Wissenschaft Frames genannt.

Frames werden durch Sprache im Gehirn aktiviert; sie sind es, welche den Fakten erst eine Bedeutung verleihen.
Dabei sind Frames immer selektiv. Sie heben bestimmte Fakten und Realitäten hervor und lassen andere unter den Tisch fallen.
Frames interpretieren und bewerten !

Um Worte zu begreifen, aktiviert unser Gehirn ganze Vorratslager abgespeicherten Wissens (zB. Bewegungsabläufe, Gefühle, Gerüche oder visuelle Erinnerungen) und simuliert diese Dinge gedanklich, um linguistischen Konzepten eine Bedeutung zuschreiben zu können.
So hat die Sprache einen immensen Einfluss auf unsere Wahrnehmung !

Wann immer unser Gehirn Worte und Ideen verarbeitet, aktiviert es dazu Wissen und Sinnzusammenhänge aus vorangegangenen Erfahrungen mit der Welt.

D.h.: wir begreifen Worte, in dem unser Gehirn körperliche Vorgänge abruft, die mit den Worten assoziiert sind !

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›Leistungsträger‹, ›Steuerasyl‹, ›Flüchtlingswelle‹ – in unseren Diskursen reiht sich ein metaphorisches Sprachbild an das nächste, mit immensen Auswirkungen für unser Begreifen politischer Handlungsaufträge.

Dieses Buch ist ein fulminantes Plädoyer für die Revitalisierung unserer politischen Sprache – und unserer Demokratie. Pflichtlektüre nicht nur für unsere oft ›sprachvergessene‹ Politik, sondern für alle, die verstehen wollen, wie Alltagssprache, PR und Propaganda unser Denken und unsere gesellschaftliche Wirklichkeit prägen.

Elisabeth Wehling zeigt in einer auch für Nicht-Fachleute verständlichen Diktion, welche Bedeutung die Erkenntnisse der Kognitionswissenschaften und Kognitiven Linguistik für die Analyse politischen Denkens und Handelns haben.
Sie zeigt, dass politische Schlüsselwörter Frames, d.h. komplexe Wissens- und Bedeutungsstrukturen, hervorrufen, die unsere Weltsicht prägen. Dies wird in Wehlings Studie an zahlreichen aktuellen Fallbeispielen illustriert und erhärtet. Ein faszinierendes Buch, das eine große Leserschaft verdient!

In den USA wird Framing spätestens seit Barack Obamas Wahlkampf 2008 als Geheimrezept für gelungene Kampagnenführung gehandelt, und Wehling und Kollegen gelten als Framing-Docs der progressiven Politikszene.

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Siehe weiter auch unter:
https://www.buecher.de/shop/politik/politisches-framing/wehling-elisabeth/products_products/detail/prod_id/43836294/

oder höre Elisabeth Wehling: Politisches Framing – Wie Deutschland sich politische Wahrheiten einredet auf
https://www.youtube.com/watch?v=r8Radhef5eI

Quelle:
Politisches Framing / Elisabeth Wehling
Christina Endruschat, USA Korrespondentin RTL
Albrecht Müller, Herausgeber NachDenkSeiten
Dr. Leonard Novy, Ko-Direktor Institut für Medien- und Kommunikationspolitik
Prof. Dr. Klaus-Uwe Panther, Amerikanistik Institut Universität Hamburg
http://static.onleihe.de
https://www.youtube.com
https://www.buecher.de

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Eine Antwort auf „Wie eine Nation sich ihr Denken einredet und daraus Politik macht !“

  1. Zu „youtube – Elisabeth Wehling: Politisches Framing“

    Mit:
    – Dr. Elisabeth Wehling, University of California, Berkeley
    – Christiane Hoffmann, stellv. Leiterin des Hauptstadtbüros, Der SPIEGEL
    – Michael Kellner, Politischer Geschäftsführer, Bündnis90/Die Grünen
    – Matthias Machnig, Staatssekretär, Bundeswirtschafts-ministerium
    – Dr. Leonard Novy, Institut für Medien
    – und Kommunikationspolitik gGmbH (Moderation)

    Politische Entscheidungen, auch die vermeintlich alternativlosen, sind selten wertfrei, und politische Sprache nie neutral. Flüchtlingsstrom, Mindestlohn, Klimawandel, Steueroase, Islamophobie – Sprachbilder wie diese entlarvt die moderne Neuro- und Kognitionsforschung Tag für Tag als heimliche Herrscher über unser politisches Denken und Handeln. Worte aktivieren sogenannte Frames (Deutungsrahmen) im Gehirn, die Informationen ideologisch einordnen und bestimmen, welche Fakten wir als wichtig begreifen, welche sich uns besonders gut einprägen und welche wir gar nicht erst wahrnehmen.

    Doch wirklich demokratische Diskurse und politische Wahlfreiheit gibt es nur dort, wo sich ideologische Vielfalt auch sprachlich niederschlägt. In ihrem neuem Buch „Politisches Framing: Wie eine Nation sich ihr Denken einredet – und daraus Politik macht“ beschreibt die Linguistin und Politikberaterin Elisabeth Wehling, wie sich Sprache auf unser Denken und Handeln auswirkt. Und sie zeigt Perspektiven auf – für eine bewusstere Sprache und eine revitalisierte Demokratie.

    Aus Anlass der Buchveröffentlichung diskutiert die Autorin mit Politiker/innen und Experten über unser kollektives politisches Sprechen und Denken, den Framing-Ansatz und seine Implikationen für politische Kommunikation und Demokratie.

    In Kooperation mit dem Institut für Medien- und Kommunikationspolitik gGmbH (IfM).
    Medienpartner: Carta. Der Autorenblog für die digitale Öffentlichkeit, Politik und Ökonomie

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