Stephan Schulmeister – Das Richtige im Falschen: Verteidigen wir den Euro!


Neben dem Kampf gegen den Islam eint die rechten & rechtsrechten Parteien aller Euro-Länder nichts mehr als die Ablehnung der Europäischen Währungsunion: Der Euro trage die Hauptschuld an der Krise Europas.
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Auch bei vielen Linken steht der Euro nicht hoch im Kurs: Als Reaktion auf die Austeritätspolitik fordern etwa Heiner Flassbeck, Wolfgang Streeck oder Oskar Lafontaine ein Ende der Währungsunion.
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Selbst wenn die Mehrheit der Bevölkerung eine weitere Sparpolitik ablehnt, werde ihr der Gürtel enger geschnallt – also frei nach Brecht:
„Das Volk hat sich das Vertrauen der EU verscherzt und kann es nur durch verdoppelte Sparanstrengung zurückgewinnen.“

In ihrer Ablehnung des Euro kommen Rechtspopulisten und manche linke Intellektuelle also durchaus zu der gleichen Schlussfolgerung, nämlich zu einem Zurück zum Nationalstaat.
Damit aber wird der Weg zu einem gemeinsamen und sozialen Europa durch den bereits erstarkten und weiter wachsenden Nationalismus blockiert.
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Weitere Kapitel:
– 1971 bis 1992: Vom Währungschaos zum Beschluss der Währungsunion
– »Markt« gegen Politik: Der Zusammenbruch des EWS 1992/93
– Die Krise der Währungsunion seit der Finanzkrise 2008
– Die Ursache der Eurokrise: Die »Spielanordnung«, nicht die Währung
– Rückwärts geht es nicht
– Europa in »Hayeks Falle«
– Wechseln wir die Navigationskarte

https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2018/juli/das-richtige-im-falschen-verteidigen-wir-den-euro
Dieser Beitrag basiert auf dem neuen Buch des Autors, „Der Weg zur Prosperität“, das im Ecowin-Verlag, Salzburg und München, erschienen ist.


»Am Ende einer Sackgasse muss man neue Wege suchen.«
Seit 45 Jahren nehmen Arbeitslosigkeit, prekäre Beschäftigung und Armut zu. Der Sozialstaat wurde geschwächt, Millionen Menschen in Europa leiden Not. Immer mehr erhoffen sich soziale Wärme in der nationalen Volksgemeinschaft.
– Was hat die herrschende Wirtschaftstheorie damit zu tun?
– Weshalb vertiefen ihre Empfehlungen die Krise?
– Wie kommt man aus diesem Teufelskreis heraus?
– Und wie prägt eine Ideologie, nach der nur die Konkurrenz das ökonomisch Beste ermöglicht, unser Zusammenleben?
Der Ökonom Stephan Schulmeister erklärt den »marktreligiösen« Charakter der neoliberalen Theorien und entwirft eine neue »Navigationskarte« für den Weg zur Prosperität in einem gemeinsamen Europa.

Stephan Schulmeister
forschte von 1972 bis 2012 am von Friedrich A. von Hayek gegründeten Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) in Wien und gehört zu den bekanntesten Ökonomen Österreichs. Seine Forschungsschwerpunkte sind die längerfristige Wirtschaftsentwicklung und das Verhältnis von Real- zur Finanzwirtschaft. Er kritisiert den Neoliberalismus als Ideologie im Interesse des Finanzkapitals, nicht des Realkapitals, und sieht sich daher als Freund des Unternehmertums.

 

Quellen
Stephan Schulmeister (aus: »Blätter« 7/2018, Seite 51-62)
Der Weg zur Prosperität 

weitere Empfehlung
Mitten in der großen Krise. Ein »New Deal« für Europa
Ein ökologischer New Deal für Europa  

Ich habe einen Traum !


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Statement von Markus Gartner bei der Solidarwerkstatt-Kundgebung „Es lebe der Staatsvertrag!“ anlässlich des 63. Jahrestages der Unterzeichnung des Österreichischen Staatsvertrags am 15. Mai 2018 in Wien.

Liebe Österreicherinnen und Österreicher!

Ich habe einen Traum – den Traum der neutralen Friedensrepublik Österreich im Geiste eines Bruno Kreiskys und eines Leopold Figls – jener zwei Politiker, die federführend den österreichischen Staatsvertrag ausverhandelten, der dann am 15.Mai 1955 von der österreichischen Bundesregierung im Schloß Belvedere unter dem Motto „Österreich ist frei“ präsentiert wurde.

Jenes „Österreich ist frei“ müssen wir wieder für uns entdecken und weiterentwickeln.
– Österreich soll frei sein von Armut, Arbeitslosigkeit und Ungleichheit.
– Österreich soll frei sein von Ausgrenzung, Fremdenhass und Rassismus.
– Österreich soll frei sein vom umweltschädigenden Freihandel, militärischer Aufrüstung und den neoliberalen EU-Verträgen.
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Setzen wir uns ein für ein Österreich, das frei, unabhängig, selbstständig, weltoffen, demokratisch, solidarisch und – und das ist das Wichtigste – neutral ist. Die Neutralität sorgt für Frieden in Österreich und trug auch für den Weltfrieden bei – bewahren wir uns daher unsere Neutralität.

Es lebe die neutrale Friedensrepublik Österreich!

Markus Gartner ist unabhängiger politischer Aktivist und Autor des Buches
„Politik muss wieder für die einfachen Menschen gemacht werden“.
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Zum Thema „Neutralität“ siehe auch:
Immer noch unverzichtbar: Unsere Neutralität
http://www.demos.co.at/immer-noch-unverzichtbar/

 

Weitere Infos & Beiträge über “Arbeit / Wirtschaft 4.0” …

… zur Diskussion gestellt:
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Freizeit oder Arbeitslosigkeit ?

Lässt sich die Grenze zwischen Arbeit, Freizeit und Konsum überhaupt noch klar ziehen?
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– Können Roboter etwa auch Berufe wie Ärztin, Pfleger oder Lehrerin übernehmen?
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– Wie weit kann das gehen und was bedeutet es, wenn z.B. 40% meines jetzigen Arbeitsalltags von einem Roboter übernommen werden und die restlichen 60% mich als Menschen brauchen?
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– Wer bestimmt, was die Roboter bringen?
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– Wird die Digitalisierung Heere von Arbeitslosen produzieren?
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– Oder ermöglichen intelligente Maschinen mehr Freizeit und Wohlstand für alle?
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Das hängt vor allem von politischen Entscheidungen ab, erklärt der Soziologe Jörg Flecker von der Universität Wien in einem Interview.
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siehe weiteres unter
https://kontrast-blog.at/freizeit-oder-arbeitslosigkeit-wer-bestimmt-was-die-roboter-bringen-interview-mit-joerg-flecker/
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Jörg Flecker ist Professor für Sozologie an der Universität Wien. Er forscht zum Wandel der Beschäftigungssysteme, zur Digitalisierung der Arbeit und zur Veränderungen im öffentlichen Dienst in europäischen Wohlfahrtsstaaten. https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%B6rg_Flecker


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Siehe weitere Beiträge zu dem Thema

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Thema – Arbeit / Wirtschaft 4.0
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Arbeit der Zukunft – Möglichkeiten, Grenzen
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Arbeit neu denken 
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Die Automatisierung … 
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Ein erfogreiches Kurzzeit-Arbeitsmodell – nur 5 Stunden ungestörte Arbeit / Tag ! 

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Neue Arbeitsmarkt-Regeln bis zur Einführung der SLA
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Ursachen sozialer Probleme & erforderliche Gegenmaßnahmen

Bevor man die Entstehung von sozialen Problemen diskutiert, lohnt sich ein Blick auf die Definition. Speziell bei dem Aufkommen einer Wirtschaft 4.0 (Vernetzte Geräte / Maschinen und Roboter, weitere Verminderung der Arbeitsplätze)!

„Soziale Probleme sind aktuelle gesellschaftliche Zustände, die von grösseren Bevölkerungsteilen als unerwünscht empfunden und zum Teil als überwindbar angesehen werden“ (Arbeitslosigkeit, Diskriminierung von Behinderten und Frauen, Armut, Sucht, psychische Krankheiten, Kriminalität, Gewalt, Obdachlosigkeit, Prostitution, Umweltzerstörung, Entfremdung durch Arbeit, …
Die Ursache sozialer Probleme sind „Strukturen sozialer Ungleichheit“, „beschleunigten sozialen Wandel“, „Krise der Wert- und Normenorientierung“, „steigende Anspruchshaltungen“ und „Grenzen des Wachstums“.

Hier stellt sich nun die Frage:
Wo liegen denn die Ursachen sozialer Probleme?
– Der Inhalt des gesellschaftlichen Bewußtseins wird durch die ökonomischen Verhältnisse bestimmt.
– Der Klassengegensatz zwischen Proletariat (Arbeit) und Bourgeoisie (Kapital) entwickelt sich immer stärker. Grund dafür ist die Konzentration des Kapitals in den Händen einiger weniger und die Verelendung des Proletariats. – Die bourgeoise Produktionsmethode ist die Ursache für das Elend. Hauptgrund dafür ist die Tatsache, daß der Arbeiter durch seine Form der Arbeit mehr Wert erzeugt als er in Form des Arbeitslohnes bezahlt bekommt. Dieser Mehrwert, den sich der Kapitalist sich aneignet, ist die eigentliche Quelle des kapitalistischen Reichtums.
– Die Arbeit wird durch diese Produktionsmethode zu einer bloßen marktwirtschaftlichen Waren entfremdet. Traditionell Ordnungsstrukturen wie Alter und Geschlecht fallen einer Industrialisierung zum Opfer.

Seit dem Erreichen der Mißstände im 19. Jahrhundert bis hin zum ersten Weltkrieg am Anfang des 20. Jhdts, war das Auseinanderklaffens von Reich und Arm noch nie so stark wie jetzt wieder zu Beginn des 21 Jhdts !

Das Anliegen der Masse muss erneut die Aufhebung des eklatanten Auseinanderklaffens (und -driftens) der Klassen, d.h. von Reich und Arm sein.
Erforderliche Maßnahmen
– Beendigung der Umverteilung „von unten nach oben“
– Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens, einer „Sozialen Lebensabsicherung“ (SLA)
– Besteuerung des Vermögens ab einer gewissen Höhe, zB > 100.000 €
– Verhinderung der Steuerflucht der globalen Großkonzernen, Steuern sind in den Ländern zu zahlen wo die Firmen tätig sind
– stufenweise Arbeitszeitverkürzung auf 30h / Woche, unter Umständen sogar darunter
– keine weitere anpassende „Bildungsreform“, wir benötigen eine Bildungsrevolution in Richtung „Teamgeist, Neugier, Kreativität, Originalität, …“
– gleiche Chancen für alle, daher unentgeltliche Erziehung bis auf Universitätsniveau
Quelle:
– Carina Franz, gesellschaftsnanalytische Theorien der sozialen Arbeit
– Thomas Burri, Hochschule Luzern – Soziale Arbeit
– Sozialistische Positionen; Beiträge zur Politik, Kultur & Gesellschaft http://www.sopos.org/aufsaetze/40bd…
– Unterichtsmaterialien / Marx
http://buber.de/christl/unterrichts…

Siehe weiter auch:

Thema – Arbeit / Wirtschaft 4.0 
Sparen steigert Ungleichheit !!! 
Was die neue Regierung zu tun hätte !
Unsere SLA
Die SLA bringt uns auch …

Was die neue Regierung zu tun hätte !

von Markus Marterbauer, AK Wien
Tei 1, 2 und 3

Trendwende auf dem Arbeitsmarkt seit 2016
Die neue Bundesregierung findet eine sehr günstige wirtschaftliche Ausgangsbasis vor:
– Der Wirtschaftsaufschwung ist kräftig und mit starkem Beschäftigungs- und Abgabenwachstum verbunden.
Fazit:
– gute Ausgangsposition für wohlstandsorientierte Budgetpolitik

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Teil I: nachhaltige Senkung der Arbeitslosigkeit
Markus Marterbauer, 23. Oktober 2017
https://blog.arbeit-wirtschaft.at/was-die-neue-regierung-zu-tun-haette-teil-i-nachhaltige-senkung-der-arbeitslosigkeit/

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Teil II: gerechte Verteilung des Wohlstandes
Markus Marterbauer, 31. Oktober 2017
https://blog.arbeit-wirtschaft.at/was-die-neue-regierung-zu-tun-haette-teil-ii-gerechte-verteilung-des-wohlstandes/

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Teil III: wohlstandsorientierte Budgetpolitik
Markus Marterbauer und Georg Feigl, 3. November 2017
https://blog.arbeit-wirtschaft.at/regierungs-todo-wohlstandsorientierte-budgetpolitik/

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Über Markus Marterbauer
Leiter der Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik der AK Wien, Vizepräsident des Fiskalrates und Universitätslektor.
https://blog.arbeit-wirtschaft.at

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Sparen steigert Ungleichheit !!!

Dass die Ungleichheit ansteigt, wenn öffentliche Ausgaben gekürzt werden, wurde jüngst auch auf europäischer Ebene im Umgang mit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 ersichtlich.

Wie Untersuchungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) zeigen, hatte diese Sparpolitik negative Auswirkungen auf die ökonomische Ungleichheit in den betreffenden Volkswirtschaften.
– Die Budgetkürzungen verschärften die wirtschaftliche Krise und führten zu höherer Arbeitslosigkeit.
– Dadurch wurden die Kosten der Bankenkrise letztendlich vor allem von Menschen mit niedrigen Einkommen geschultert.
– Gleichzeitig lässt steigende Arbeitslosigkeit die Staatseinnahmen sinken, sodass die Sparbestrebungen paradoxerweise zu einem Bumerang für den öffentlichen Haushalt werden können.

Siehe den Beitrag von Romana Brait (AK-Wien Referentin für öffentliche Haushalte):
„Sparen steigert Ungleichheit – wer Sozialleistungen kürzt, vergrößert die Kluft zwischen Reich und Arm!“
unter
https://blog.arbeit-wirtschaft.at/sparen-steigert-ungleichheit-wer-sozialleistungen-kuerzt-vergroessert-die-kluft-zwischen-reich-und-arm/