Sollen Zeitungen mit Hassreden weiterhin gefördert werden?

NEIN,
und insgesamt ist das gesamte derzeitige Presseförderungs-System aus Sicht der DemoS völlig FALSCH angelegt, weil es Quantität und starke Vertriebsstrukturen anstelle von Redaktions- und Berichts-Qualität fördert;  weil es den politisch opportunen Mainstream-Einheitsbrei anstelle von
Vielfalt der Betrachtungswinkel und damit Vorurteile anstelle von verbesserter Urteilsfähigkeit fördert.

Dazu kommt, dass neben der staatlichen Presseförderung der auflagenstarke Boulevard auch noch durch „politische“ Anzeigen von den Parteien damit „erkaufte freundliche Berichterstattung“ so stark gemacht wird, dass alle anderen Medien in der breiten Meinungsbildung kaum eine Chance
haben, die Meinungsbildung der Mehrheit der Menschen „ausgleichend“ zu beeinflussen.

Wir DemoS treten daher dafür ein, kleinere, journalistisch seriös arbeitende Medien aller Art (und damit die Vielfalt der veröffentlichten „Wahrheiten“) kräftig in ihrem Wachstum zu fördern und die Förderung des Boulevards gänzlich einzustellen.
Ausserdem sollten möglichst viele politischen Meinungsbildner (Parteien, Verbände, etc.) sich dazu verabreden, sich einer „freiwilligen“ Selbstbe-
schränkung hinsichtlich der Inserat-Vergabe an „hetzende“ (Boulevard-) Medien anzuschließen, die wir für uns und unsere Öffentlichkeitsarbeit jedenfalls klar festgelegt haben.

Insgesamt ist zu überlegen, wie weit die Redaktionen in ihrer Berichts-Unabhängigkeit weiter gegenüber den Medieninhabern gestärkt und geschützt werden können. Aufgrund der derzeit starken kartellartigen Strukturen in den Eigentumsverhältnissen bei den Medien ist nämlich jegliche (für eine „freie Meinungsbildung“ wünschenswerte) Meinungsvielfalt auch in Österreich bereits extrem eingeengt.
Diese verhängnisvolle Einengung müsste dringlich und nachhaltig beseitigt werden!

DemoS – 2017

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Siehe auch:
– Wem kommt die Presseförderung zugute?
– Ist die derzeitige Presseförderung noch zeitgemäß?
– Wer wieviel Förderungen bekommt
– Die Datenbefreiung
https://okfn.at/2015/08/17/pressefoerderung/
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5 Antworten auf „Sollen Zeitungen mit Hassreden weiterhin gefördert werden?“

  1. Keine Frage, dass die gesamte Presseförderung (aus Angst des Kanzleramts vor dem Boulevard oder zumindest, um sich eine „gute Presse“ zu sichern?) völlig falsch aufgestellt wurde. Da ist wirklich ALLES falsch gemacht worden!

  2. Für Noam CHOMSKY, aber auch die meisten Medienexperten, ist MEDIENKRITIK ohne HERRSCHAFTSKRITIK undenkbar !!!
    Sie halten die Medien für einen integralen Teil des politischen und ökonomischen Herrschaftsbetriebes.

    Die Medien als kontrollierende Vierte Gewalt im Staat seien eine Wunschvorstellung, vielmehr sind sie Transmissionsriemen und VERSTÄRKER der ökonomisch Mächtigen und ihrer Funktionseliten, die in trauter Eintracht und Symbiose gegen die 99 Prozent arbeiten:
    „Denn je genauer man sich die Fakten beschaut, umso klarer wird, dass NICHT etwa die Medien im Sinne der Bevölkerung die Politik kontrollieren, sondern dass eine Clique aus Reichen und Mächtigen die Bevölkerung — und somit eben auch die Politik — kontrolliert ! “

    Ullrich MIES, Sozial- und Politikwissenschaftler

  3. Das, was uns als »Krise des Vertrauens in die Medien« dargeboten und als Resultat des wachsenden Einflusses von Populisten auf die Menschen erklärt wird, ist in Wahrheit das genaue Gegenteil.

    Nicht »dümmer«, sondern »WACHER« werden die Menschen in einer Zeit, in der die inneren Widersprüche »allgemeiner Wahrheiten« immer offensichtlicher zutage treten.
    Jens Wernicke

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