Medienkompetenz – Herausforderung für Politik, politische Bildung & Medienbildung

Im öffentlichen Diskurs war vor Beginn der 1990er Jahre kaum die Rede von „Medienkompetenz„.
Mit der gesellschaftlichen Verbreitung des World Wide Web (WWW) ab Mitte der 1990er Jahre wurde der Ruf nach Medienkompetenz für verschiedene Zielgruppen immer lauter.

Standen zunächst die Sozialisationsinstanzen Schule und Elternhaus im Fokus, erreichte die Forderung nach mehr Medienkompetenz für ausdifferenzierte Zielgruppen, von den Kindergartenkindern über die Auszubildenden bis zu den Seniorinnen und Senioren, bald die öffentlichen und bildungspolitischen Debatten.
Die Konjunktur und der Diskurs über die Bedeutung des Begriffes stehen ganz im Zeichen der medientechnisch induzierten Veränderungsprozesse in unserer Gesellschaft: Es geht um die digitale Transformation insbesondere im Hinblick auf das Internet als Schlüsseltechnologie.

Die digitale Transformation der Gesellschaft ist in vollem Gange und macht auch nicht vor dem politischen System halt:
Bots und Big Data Analysen in Wahlkämpfen, Leaks und Fake News in der Berichterstattung und neue digitale Partizipationsmodelle verändern die politische Kommunikation und Willensbildung.

Um Verunsicherung über deren Wirkungsweise zu begegnen ist kritisches Denken gefragt, diese neuen Phänomene und die Mechanismen zu verstehen. Dabei wachsen Medienbildung und politische Bildung zusammen. Medienkompetenz kommt eine Schlüsselrolle als Demokratiekompetenz zu.

Der Schriftenband beschreibt in drei Teilen die lange gewachsenen und jetzt aktuellen Herausforderungen über digitale Gesellschaft und politisches Handeln, skizziert Medien- und bildungspolitische Positionen, Forderungen und Strategien und begründet Medienkompetenz als eine Schlüsselkompetenz für politische Urteils- und Handlungsfähigkeit. Medienkompetenz als Aufgabe für Politik und Ziel politischer Bildung:

Der Band zeigt
– Wege in die Bildungspraxis,
– Gestaltungsmöglichkeiten der Medienkompetenzförderung und der Professionalisierung und
– fordert Politik, politische Bildung und Medienbildung mit strukturierten Beiträgen zum Handeln auf.


Autoren:
Harald Gapski, Monika Oberle, Walter Staufer


… weitere Literatur

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) (2017):
Weißbuch Arbeiten 4.0 (Stand: 30.07.2017). 
https://www.arbeitenviernull.de/dialogprozess/weissbuch.html

Digitale Agenda – Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft, (Stand: 30.07.2017).
https://www.digitale-agenda.de/Webs/DA/DE/Handlungsfelder/5_BildungForschung/5-3_Bildungsoffensive/bildungsoffensive_node.html

Krämer, Heike/Jordanski, Gabriele/Goertz, Lutz (2017): Medien anwenden und produzieren – Entwicklung von Medienkompetenz in der Berufsausbildung, Wissenschaftliche Diskussionespapiere, hrsg. v. Bundesinstitut für Berufsbildung, Heft 181, (Stand: 30.07.2017)
https://www.bibb.de/veroeffentlichungen/de/publication/show/8275

Schulz, Martin (2014): Warum wir jetzt kämpfen müssen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 06.02.2014, (Stand: 30.07.2017)
http://www.faz.net/-hzj-7m2d1

Vodafone Institut (2016):
Big Data. Wann Menschen bereit sind, ihre Daten zu teilen, (Stand: 30.07.2017).
http://www.vodafone-institut.de/wp-content/uploads/2016/01/VodafoneInstitute-Survey-BigData-Highlights-de.pdf

4 Antworten auf „Medienkompetenz – Herausforderung für Politik, politische Bildung & Medienbildung“

  1. Politik ohne Kommunikation ist undenkbar in der heutigen Mediengesellschaft. Kommunikation ist einer der zentralen Erfolgsfaktoren in der Politik.

    Junge Menschen wachsen in einer mediatisierten Welt auf, daher ist der clevere Umgang mit den Medien ein Um und Auf für erfolgreiche Jugendpolitik.
    Nur wer intelligent und KONTINUIERLICH kommuniziert, setzt sich langfristig durch.

  2. Outsider, Insider und der Informationsfluss

    Outsider legen Wert darauf, dass sie ihre Version von Wahrheit frei aussprechen können. Der Preis dafür ist, dass sie von den Insidern ignoriert werden, welche die wichtigen Entscheidungen treffen.
    Die Insider wiederum folgen einer ihnen wichtigen Regel:
    – Sag nie etwas gegen andere Insider
    – sprich niemals mit Outsidern über das was insider sagen
    Dafür bekommen sie Zugang zu Insiderinformationen und die Chancen wichtige Menschen und Ergebnisse nach ihrem Wunsch zu beeinflussen.

    Wenn ein Politiker einem Journalisten ein Exklusivinterview gibt und im Gegenzug eine im seinen Interesse liegende Berichterstattung bekommt, wird der Journalist in ein Netz von Insidern mit einbezogen .
    Wenn der Journalist aber sich weigert die Geschichte im Sinne des Politikers zu schreiben, riskiert er, nicht nur eine wertvolle Quelle zu verlieren und von dem Netz der Mächtigen ausgeschlossen zu werden!

    Auf diese Weise kontrollieren die Mächtigen über ihre Netzwerke den Informationsfluss indem sie alle ausschließen welche sich nicht an ihre Spielregeln halten!
    Die Insider selbst sind viel zu tief iin ihrem Netzwerk versunken um noch zu bemerken, dass es auch eine Welt draußen gibt. Kaum jemand von ihnen ist so scharfsinnig genug um zu erkennen, dass er nur noch in einer BlackBox lebt und arbeitet.
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    Frei nach Yanis Varoufakis; aus “Die ganze Geschichte, meine Auseinandersetzung mit Europas Establishment.”
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    PS.:
    Darum ist es auch umso wichtiger die Medienpoltik neu zu gestalten !
    http://www.demos.co.at/oesterreichische-innenpolitik-3/
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  3. „Die Sichtbarkeit UND Unsichtbarkeit von Fakten wird wesentlich durch die Massenmedien vermittelt, die neben den Fakten in der Regel auch den GEWÜNSCHTEN Interpretationskontext (die Auslegung) und damit auch das ‚politische Weltbild‘ vermitteln.“
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    Prof. Rainer Mausfeld, dt. Professor für Wahrnehmungspsychologie
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