Kapitalismus und Postwachstumsgesellschaft. Geht beides zugleich?

Darüber herrscht unter Experten weitgehend Einigkeit: Kapitalismus braucht ständiges Wachstum. Was passiert mit dem Kapitalismus, wenn Wachstum – schon Ressourcen-bedingt – in immer mehr Bereichen nicht mehr möglich sein wird? Welcher Stellenwert kommt dabei der Nachhaltigkeit-Debatte zu? Und was kommt nach dem Kapitalismus? Gibt es einen „friedlichen Wandel“ oder bedarf es eines Zusammenruchs ins völlige Chaos, ehe „DAS NEUE“ entstehen kann?

Diese und weitere Fragen zum Thema wollen wir hier mit Dir diskutieren.

Zur thematischen Anregung: https://experimentselbstversorgung.net/11-schritte-zu-einer-wirtschaft-ohne-wachstum/

 

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6 Antworten auf „Kapitalismus und Postwachstumsgesellschaft. Geht beides zugleich?“

  1. Da der Kapitalismus und eine Postwachstumsgesellschaft einander nach meiner Meinung völlig ausschließen, sollten wir also über den „Post-Kapitalismus“ diskutieren:

    Wird die Gesellschaft dann weiter vom „Kapital“ gesteuert werden? Wenn ja, mit welchen (absolutistischen?) Mechanismen?
    Wenn nein, WER steuert dann WIE das soziale, das wirtschaftliche und das gesellschaftliche Zusammenleben? Können wir uns darüber eine Vorstellungen bilden, die einigermaßen „realistisch“ sein könnte?

  2. Es ist schon 45 Jahre her, dass der Club of Rome „Die Grenzen des Wachstums“ veröffentlichte !
    45 Jahre, welche die POLITIK verschlief …

    Seither gab es Aktualisierungen, die alle vor dem drohenden Kollaps wegen Übernutzung natürlicher Ressourcen warnten. Doch zum Konflikt zwischen unendlichen Wachstumserwartungen und endlicher Welt haben auch die etablierten ÖKONOMEN bisher wenig beigetragen.
    Die Auseinandersetzung darüber findet AUCH HEUTE NOCH eher am Rande oder jenseits des Mainstreams statt.

    Wann setzten sich die Wirtschaftsvertreter und die Politiker/Regierungen zusammen und diskutieren auch dieses Thema „Kapitalismus und Postwachstumsgesellschaft“ um mögliche, adäquate Lösungen im 21.Jhdt zu finden ?

    Der Philosoph Oliver Schlaudt erklärt in seinem Buch „Wirtschaft im Kontext: Einführung in die Philosophie der Wirtschafts-wissenschaften in Zeiten des Umbruchs“ sehr gut warum Ökonomen und Politiker sich mit dieser Frage so sehr schwertun.

    Und Ökonomen welche sich damit auseinandersetzen, wie Friedman, Stiglitz, bis hin zu Varoufakis werden im besten Fall einfach nur negiert …

    Meiner persönlichen Meinung nach, wird der (Raubtier-)Kapitalismus in dieser Form nicht überleben. Wird jedoch versucht, ihn mit aller Gewalt weiter zu erhalten, dann wird es einen kompletten Kollaps geben …

    1. Man könnte ja auch fatalistisch sagen: Na und, gibt es halt einen totalen Kollaps. Wir Menschen leiden und sterben so oder so. Das ist eine Tatsache des Lebenskreislaufes und mit dieser Tatsache müssen wir uns abfinden, dann brauchen wir uns nicht davor fürchten. Abgesehen davon lebt der Kapitalismus – der „Raubtierkapitalismus“ (ich bin mir nicht sicher, ob diese Differenzierung notwendig ist; sie impliziert, dass es einen menschenfreundlichen und naturfreundlichen Kapitalismus (auch) gibt – von Katastrophen: Zerstören und Wiederaufbau, aus beiden lassen sich Geschäfte machen. Aus welchen Motiven sollten Menschen sich gegen dieses Gewinnversprechen entscheiden? Warum sollte ich mir den mühevollen Weg des Widerstandes aneignen, wenn ich mit Anpassung leichter leben kann? Ich werde ohnehin sterben, meine Kinder ebenso. Wer früher stirbt, ist länger tot, eine rein physikalische Angelegenheit. Aus welchem Substrat sind Mitleidsgefühle für Verlierer? Sind dies am Ende religiöse Gefühle?
      Im übrigen möchte ich den Begriff „Postwachstum“ nochmals zu Diskussion stellen. Er ist meines Erachtens zu sehr auf die Wirtschaft bezogen. Gesamt gesellschaftlich gesehen wünsche ich mir immer ein Wachstum. Es kommt eben darauf an, welche Pflanzen wir setzen. Und selbst in der Ökonomie kann ich mir ein Wachstum ohne fossile Energieträger vorstellen.

  3. Unsere Welt ist seit der Finanzkrise (2007) aus den Fugen geraten, von den großen Profiteuren des internationalen Finanzsystems destabilisiert!
    Und die Krise könnte umso schlimmer wieder aufbrechen, wenn das System weiterhin nicht ausreichend verstanden und neu durchdacht wird!

    Soziales und solidarisches Wirtschaften hat durchaus seinen Platz neben kapitalistischer Wirtschaftsordnung. Das ist gut so und wird von den fortschrittlichsten Denkern vertreten.

    Soziale Ökonomie ist von einer Modernität, die mir als gutes Zeichen erscheint. Aber sie kann die konventionelle Marktwirtschaft nicht volständig ersetzen. Eine eingegrenzte und genügend geregelte Marktwirtschaft lässt auch der sozialen Ökonomie ihren Platz.

    Lokale Initiativen können jedoch nur im Gleichgewicht mit der globalen Herausforderung bestehen !!!

    Die Vision einer gerechteren, nachhaltiger wirtschaftenden, vernünftigeren Welt kann nur global sein. Aber sie umzusetzen kann nur vor Ort geschehen.
    Wir werden die Komplexität und die „Ökologie des Handelns“ im Sinne Edgar Morins erfahren. Alles steht in mehrfacher Wechselwirkung zueinander.

    Stephane Hessel / Engagiert Euch!
    Edgar Morins / Der Weg für die Zukunft der Menschheit

  4. Ich frage mich immer, warum muss es ein Wachstum geben?
    Es ist mehr als genug für alle da.
    Die Frage ist, wie kann man ohne Gier und Geiz leben?
    Wie verändert man das Denken der Menschen?

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