Gibt es Wissenschaft ohne Beeinflussung durch finanzielle Macht?

Nicht nur ist der Neoliberalismus das erfolgreichste Projekt der GEGEN-Aufklärung, auch erregte in letzter Zeit das Verhältnis von Wissenschaft und Politik durch negative Beispiele immer stärker das öffentliche Interesse.
Tatsächlich beeinflussen sich Wissenschaft und Politik stets gegenseitig, doch ist diese Beziehung nicht nur widersprüchlich, sondern auch sehr, sehr spannungsreich!
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Wichtige Fragestellungen zu diesem komplexen Thema sind:
– Welche Auswirkungen haben die realen politischen Kräfteverhältnisse auf die Wissenschaft?
– Und wann kann Wissenschaft zu einer echten Chance für die Anliegen der ArbeitnehmerInnen werden?
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Neoliberale Thinktanks, die zu umstrittenen Forschungsergebnissen gelangen, diese jedoch gezielt in die Medien hineinreklamieren, konnten in den letzten Jahren ihren Einflussbereich stark erweitern.
Die Linzer Ökonom Stephan Pühringer und Ökonomin Christine Stelzer-Orthofer haben den Einfluss solcher Forschungsinstitute,
die hauptsächlich von finanzkräftigen Unternehmen finanziert werden, untersucht.
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Die von
privat finanzierter Wissenschaft ausgehende Gefahr reicht über spezielle und routinierte Angriffe auf humane und sozialpolitische Errungenschaften weit hinaus!
Besonders brisante Interessenkonflikte können vor allem dann entstehen, wenn sich Unternehmen an Studien beteiligen, die Aussagen über Risiken für Gesundheit und Umwelt treffen.
Wie zB. der US-Saatgutkonzern
Monsanto (der jetzt zu Bayer gehört) in zahlreichen Fällen auf wissenschaftliche Artikel Einfluss genommen hat, welche eine (vorgetäuschte?) Ungefährlichkeit von Glyphosat bescheinigten (Glyphosat und Krebs: Gekaufte Wissenschaft).
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Vorwürfe wie diese verdeutlichen eindeutig, dass eine öffentliche Debatte über die
Finanzierung und Kontrolle von Forschung dringend erforderlich ist.
Diese ist nicht zuletzt auch deshalb
notwendig, weil Universitäten zusehends dazu gezwungen sind, drittmittelfinanzierte Forschungsaufträge zu lukrieren, die häufig von Privaten vergeben werden.
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Im 19.Jhdt. bis in die erste Hälfte des 20.Jhdts dachte man, dass Wissenschaft existiert, wertfrei, objektiv, universell und einer internen Logik folgend agierend.
Wissenschaft und Politik sind jedoch weitaus enger miteinander verknüpft, als es auf den ersten Blick erscheint.
Wissenschaft wird von politischen EntscheidungsträgerInnen vielfach dazu verwendet, die eigenen Interessen zu legitimieren, letztlich durchzusetzen und den Profit für einige Leute dadurch zu maximieren.
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Was früher und auch heute fehlt sind Richtlinien für die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Politik !
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Siehe den kompletten Beitrag von Lena Karasz,:
https://www.awblog.at/wissenschaft-und-macht/

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Blogtipp:
Stephan Pühringer – „Neoliberale Think Tanks in Österreich http://tinyurl.com/y8amongx
Forschungs- und Technologiebericht 2017
http://
tinyurl.com/ybp2ymmk

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Buchtipp:
Michel Foucault: Was ist Kritik?
http://www.besserewelt.at/foucault-michel-was-kritik

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Foucault will nicht über das Problem der „Erkenntnisse“ und einer Wahrheitsprüfung in die Frage der Aufklärung einsteigen, sondern „über das Problem der Macht“, d.h. die Beantwortung der Frage: “Welche Verbindungen, welche Verschränkungen können zwischen Zwangsmechanismen und Erkenntniselementen aufgefunden werden und was hat zu ihrer Akzeptanz in der Gesellschaft geführt?“

Klaus Lompe: Zeitschrift für Politik NEUE FOLGE, Vol. 16, No. 2 (1969)
Die Rolle von Sachverständigen im Prozess der politischen Willensbildung: Entwicklungslinien und Probleme im Verhältnis von Wissenschaft, Politik und Regierungsorganisation
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Quelle
A&W Blog

Lena Karasz, Abteilung Wirtschaftspolitik der AK Wien
Arbeit & Wirtschaft, Schwerpunkt Wissenschaft

Agenda Austria
Global2000
JSTOR a is part of ITHAKA / academic not-for-profit organization

2 Antworten auf „Gibt es Wissenschaft ohne Beeinflussung durch finanzielle Macht?“

  1. Offener Brief an die Bundesregierung für ein glyphosatfreies Österreich !

    – Weltweit werden jährlich rund 850.000 Tonnen (t) des Pflanzengiftes Glyphosat verkauft.
    – Im Jahr 2016 allein 312t für Österreichs Äcker, öffentliche Flächen und Kleingärten.
    – Der massive Einsatz von Pflanzengiften führt zu einem Biodiversitätsverlust und ist genverändernd !

    Siehe weiter über unsere DemoS-Homepage
    http://www.demos.co.at/aus-unserer-community-aus-unseren-fb-gruppen/

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