Bericht über das DemoS-Gruppentreffen am 16.9.2017

Zunächst wurde unser überaus magere Ergebnis der Sammlung der Unterstützungserklärungen für die NR-Wahl 2017 präsentiert und angeregt diskutiert.

Die Enttäuschung über die zu geringe Anzahl  von AktivistInnen war deutlich zu spüren.  Natürlich war allen bewusst gewesen, dass die Nationalratswahl 2017 ursprünglich für 2018 geplant war und wir deshalb nicht annähernd ausreichend professionell auf einen Wahlkampf 2017 vorbereitet waren und dass uns die Vorverlegung dieser Wahl letztlich „kalt erwischt“ hat.

Aber weder dieser Umstand, noch der Hinweis auf „die Urlaubszeit„, noch die „widrigen Wetterbedingungen“ (die Sammlungswochen fielen gerade in den Höhepunkt der Hitzeperiode), noch die Hinweise auf „die Berufstätigkeit der meisten unserer Mitglieder„,  können letztlich die fehlende Bereitschaft zum Engagement für die DemoS jenseits des „harten Kerns der Gruppe“ ausreichend erklären. Hier haben wir wohl nicht nur ein klares Defizit, sondern ein substanzielles Problem! 

Die einen meinten in der Diskussion darüber (durchaus zutreffend), wir wären eben eine Art „Diskutier-Club“ und keine Aktivistengruppe … andere warfen (berechtigt) ein, dass die Jugend (speziell die Gruppe der Studenten) in unseren Gruppen eben krass unterrepräsentiert wäre … und schließlich wurde auch noch die These diskutiert, dass wir einfach zu wenig (erkennbaren) Gegenwartsbezug hätten, weil unser Fokus eben auf unserer „Vision“ läge, die erst in 20 oder 25 Jahren alltagsrelevant sein wird … Das nähme unseren Argumenten eben (gefühlt) die unmittelbare Dringlichkeit … bedeutet, wir bräuchten gegenwartsbezogene und überprüfbare „Zwischenziele“, die wir kommunizieren könnten. Schließlich wurde auch noch darauf verwiesen, dass die DemoS im sowieso stark fragmentierten und verhältnismässig kleinen, „linken“ Segment eben insgesamt nur eine relativ kleine „Splittergruppe“ ohne weithin bekanntes „Gesicht der Bewegung“ wären und dass auch das von vornherein absehbare „Nichterreichen“ des Ziels, ausreichend Unterschriften für ein Antreten zur NR zusammen zu bekommen, viele demotiviert hätte… es sei eben doch was ganz anderes, irgendwo ein „like“ zu setzen, als sich aufs Magistrat zu bewegen und dort öffentlich „ein Bekenntnis“ abzulegen. Dazu käme, dass überall, wo die Anonymität der Großstadt nicht gegeben wäre, also im konkreten Fall in den Gemeinden im Burgenland (wo wir ja ebenfalls kandidieren wollten), viele Menschen davon abgehalten hätten, sich zu einem „politischen Außenseiter“ zu bekennen und sich damit zu einem „Gesprächsthema für den „Dorfklatsch“ zu machen … Last but not least sollten wir eben davon ausgehen, dass viele, die unsere Aktivitäten in unseren Gruppen mit nur „beiläufigem Interesse“ beobachten, eben anders ausgeprägte politische Vorstellungen haben und unsere Einschätzung, dass die sich für die DemoS „aktivieren liessen“, simpel eine unrealistische Wunschvorstellung wäre …

Wir waren uns gegen Ende dieses Diskussionsabschnitts immerhin einig, dass die Ursachen für das enttäuschend schwache Ergebnis beim Sammeln der Unterstützungserklärungen wohl in einem Mix all dieser Faktoren lägen und dass es vieler weiterer Anstrengungen bedürfe, einerseits mehr Menschen (auch außerhalb von fb) für die DemoS zu interessieren und andererseits die, die uns bereits kennen und beobachtend verfolgen, emotional stärker mit uns zu verbinden.

Allen die sich dennoch im Unterschriftensammeln für die DemoS persönlich engagiert haben, ein herzliches Danke!

Als erste konkrete Massnahme wollen wir im Rahmen einer Umfrage unter den Mitgliedern unserer DemoS-Gruppen im fb feststellen, wer und in welchem Ausmass bereit ist, bei uns künftig aktiv mitzuarbeiten. 

Sehr konstruktiv wurde danach die Frage diskutiert, wie wir unsere „Vision„, die ja ein „work in progress“ sein soll, weiter entwickeln und „promoten“ könnten. Wir werden dieses Thema in den Mittelpunkt unserer Herbstarbeit 2017 stellen.

Vor allem auch die Idee, uns „Etappenziele“ zu setzen und ihre Realisierung zu beobachten, wollen wir gründlich analysieren und dann konsequent verfolgen. Der Vorschlag, bis zum Ende des Wahlkampfs nach außen eher zurückhaltend zu agieren, wurde mehrheitlich deutlich abgelehnt. Wir wollen unsere Themen und Anliegen auch in den nächsten Wochen weiter mit gleicher Intensität nach außen kommunizieren. Dabei wollen wir jedoch mehr Aufmerksamkeit auf eine erkennbare einheitliche visuelle Umsetzung aufbringen, um unser Erscheinungsbild immer stärker „wiedererkennbar“ zu positionieren.

Nicht zuletzt wollen wir die Idee, mit Info-Tischen und Diskussionen auch jenseits der „digitalen Blase“ Präsenz zu zeigen und Interesse zu erwecken, weiter verfolgen.

Wir haben auch über die „Sinnhaftigkeit“ so vieler Regional- und Lokalgruppen sowie der zahlreichen Projekt- und Arbeitsgruppen der DemoS im fb gesprochen. Vor allem dort, wo wir bislang  noch keine „Manager“ unserer Regionalgruppen gefunden haben, stellt sich die Frage, ob es irgendetwas bringt, diese „unkoordinierten“ Gruppen aufrecht zu halten. (Leider hat sich die Idee mit der „Selbstorganisation“ in einigen dieser Gruppen als Wunschvorstellung entpuppt, die sich nicht realisiert hat). Wir haben uns dann geeinigt, in den nächsten 3 Monaten die Mitglieder dieser Gruppen hinsichtlich ihrer Interessen und Motivation zur aktiven Mitarbeit anzusprechen und zu versuchen, lokal verankerte DemoS-Mitglieder für die Moderation zu finden. Gruppen, bei denen das bis zum Jahresende nicht funktioniert, werden wir ebenso, wie inaktive Projektgruppen  schließen.

Größeren Raum nahm dann noch die Diskussion über mögliche strategische Kooperationen der DemoS mit anderen Gruppierungen mit ähnlichen Partikular-Interessen und vergleichbarer sozialer Grundhaltung ein:

Die DemoS haben ein Team interessierter Mitglieder damit beauftragt, in diesem Herbst konstruktive Kontakte mit solchen Gruppierungen (z.B. Diem25, Attack, Piraten, Die Linke Österreich, u.v.a. interessanten Kleingruppen) zu knüpfen. Für die aktive Mitarbeit in diesem Aussenkontakt-Team der DemoS haben sich bislang angeboten: Georg A , Georg K., Stefan , Nusin , Werner,  Thomas, Christian , Ronny , Walter und Wolfgang (Danke)

Den Anfang machen wir gleich am kommenden Dienstag, wo wir gleich mit fünf Freunden aus dieser neuen Kontaktgruppe an einem öffentlichen Treffen der Gruppe Diem25/Wien teilnehmen und dort das Gespräch über Gemeinsamkeiten und allfälliges Trennendes suchen möchten. (Wir werden darüber berichten.)

Zuletzt noch höchst Erfreuliches:

Auch wenn wir bislang selbst zu wenig operative Eigenkraft entwickelt haben, ist es doch aus unserer Sicht ein beachtlicher Etappensieg, dass einige unserer Ideen, die wir bereits vor ein bis drei Jahren für unsere „soziale und gesellschaftspolitische Vision“ entwickelt haben, offenbar Eingang in die Wahlprogramme etablierter politischer Parteien gefunden haben: sowohl in den kommunizierten Wahlprogrammen des Teams von P. Pilz, als auch neuerdings in den von BK Kern veröffentlichten Plänen der SPÖ tauchen vermehrt Vorschläge für Massnahmen auf, die wir für unsere Vision einer erneuerten sozialen Gesellschaft formuliert haben. Was Besseres kann uns gar nicht passieren!und es beweist auch, dass wir uns mit unserer Arbeit bereits auf bestem Weg sind, uns als Think-Tank für soziale und gesellschaftspolitische Entwicklungen jenseits des neoliberalen Mainstreams zu profilieren.

Vielleicht liegt dort ja langfristig eine mögliche Positionierung unserer Sozialen Demokratischen Initiative? Man muss ja nicht alles selbst realisieren, wenn andere politische Kräfte unsere Ideen aufgreifen und damit den längst fälligen Wandel betreiben! Oder?

UND GANZ ZULETZT:

ACHTUNG!  SAVE THE DATE:

 

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2 Antworten auf „Bericht über das DemoS-Gruppentreffen am 16.9.2017“

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