Das Bild einer in zwei Teile gespaltenen sozialen Welt

Dr. Walter Otto Ötsch  ist Ökonom und Kulturhistoriker und seit Oktober 2015 Professor für Ökonomie und Kulturgeschichte am Institut für Ökonomie an der  Cusanus Hochschule in Bernkastel-Kues.
Er bietet dort Lehre im Masterstudium „Ökonomie“  an.
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Vorher war Ötsch Universitätsprofessor an der Johannes Kepler Universität Linz und dort als Vorstand für das Zentrum für Soziale und Interkulturelle Kompetenz  sowie als Vorstand für das (Forschungs-) Institut für die Gesamtanalyse der Wirtschaft (ICAE) tätig.
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Dr. Walter Otto Ötsch :
„Das Bild einer in zwei Teile gespaltenen sozialen Welt besitzt viele Implikationen. Vier davon sind:
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1 –
die Verwendung einer strikt normierte Sprache, bei der „Die Wir“ immer und ausschließlich als gut, „Die anderen“ immer und ausschließlich als böse bezeichnet werden.
Dazu dienen eigene Wortschöpfungen, wie „Systemparteien“, „Politbonzen“, „Privilegienritter“, usw.
Die Wir“ erscheinen dabei immer als Opfer, „Die anderen“ immer als Täter, selbst wenn sie zu Schaden kommen (man spricht von Opfer-Täter-Umkehr).
(Viele Beispiele für demagogische Sprache finden sich in Ötsch 2002a.)
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2 –
Ein Politikansatz, der im Kern aus sechs Bestandteilen besteht:
– Das Ansprechen von Problemen. Populisten sprechen oft Probleme an, die andere Parteien nicht thematisieren. Auf diese Weise bekommen sie einen diskursiven Vorteil und erscheinen glaubwürdiger. Z.B. hat die langjährige Verweigerung der großen Parteien in Österreich über Probleme der Integration zu sprechen, den rechten Populismus nachhaltig gefördert (ähnliches geschieht heute zu Problemen des Sozialstaates, der in meiner Einschätzung durch den „Fiskalpakt“ europaweit bedroht ist.)
Das Anheizen von Gefühlen. Dies geschieht oft durch das Erzählen von Geschichten über Einzelfälle, oft mit erfundenen Zahlen und verzerrten Darstellungen.
Die Verbindung mit dem demagogischen Welt-Bild. Die Einzelfälle werden verallgemeinert und als Eigenschaften der ganzen Gruppe der „Die“ hingestellt.
– Die Nennung von Sündenböcken, d.h. die „Erklärung“ der genannten Probleme.
– Die Verheißung einer Besserung. Dazu preisen sich der oder die PopulistIn als RetterIn an.
– Der Entwurf einer besseren Zukunft. Für den Fall, dass die vorgeschlagene Abhilfe (den bedrohlichen Einfluss der „Anderen“ zurückzudrängen) befolgt wird, wird ein positives Bild der Zukunft gemalt.
(Frank Stronach hat z.B. angekündigt, er würde Österreich „zum höchsten Lebensstandard auf der ganzen Welt“ führen, nach Fürweger 2013, 154).
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3 –
Ein autoritäres Organisationsprinzip, das sich direkt aus dem Bild einer zweigeteilten Welt ergibt:
Die Einteilung der Bevölkerung nach „Wir“ und „Die“ ist nämlich reine Willkür. Sie beruht auf keinen Fakten, sondern auf einer im Kern beliebigen Interpretation.
Die schlechten Charaktereigenschaften der „Die“ werden durch gezielte (oder erfundene) Einzelbeispiele „belegt“. Dabei werden die verwerflichsten Mitglieder angeführt) und von ihnen auf eine fiktive Gesamtheit geschlossen.
Ob und wie eine konkrete Person zu den „Wir“ oder zu den „Die“ zu zählen ist, ist dabei nach nachvollziehbaren Kriterien meist nicht sagbar.
Ein und dieselbe Person kann einmal in der einen, ein andermal in der anderen Gruppe aufscheinen.

In demagogischen „Bewegungen“ kann und darf es keine wirkliche Auseinandersetzung über die Kriterien der Zuordnung einer aktuellen Person geben, – das würde ja die Willkür der absurden Gruppenbildung entlarven.
Anstelle dessen hat ein „Führer“ oder eine Zentrale zu treten, welche die für das Welt-Bild notwendigen persönlichen Zuordnung durch eine Aktion vornimmt (z.B. eine rüde Beschimpfung der Politiker, ein Markenzeichen von Frank Stronach im österreichischen Wahlkampf 2013).
Das bedeutet, dass demagogische Bewegungen notwendig autoritär sein müssen.
Dazu wird eine Organisationsform benötigt, die in wichtigen (aber nicht in allen) Zügen an eine Sekte erinnern kann (vgl. Kramer und Alstad 1993). Das Machtzentrum liegt bei einem „Guru“.
Er kann – wie dies Frank Stronach wiederholt demonstriert hat – tun und lassen, was er will, und wird dabei von seinem „Team“ unterstützt. Um die zentrale Führungsperson gruppiert sich ein innerster Führungskreis von loyal ergebenen Personen. Sie schützen ihn parteiintern vor Kritik und verteidigen ihn nach außen, – egal, wie skurril seine Aktionen auch sein mögen.
Die zentrale Person besitzt damit eine direkte Umgebung, die sie in einer ungeheuren Selbstüberhöhung unterstützt.
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4 –
Längerfristig kann ein solches Denken eine eigene Dynamik entfalten, weil die willkürlich konstruierte Grenzziehung von „Wir“ gegen „Die“ im Kern auf einen Verschwörungsmythos hinausläuft.
Egal, welches Problem auftaucht, immer tragen „die anderen“ die Schuld.

Die „EU-Sanktionen“ gegen die österreichische Regierung nach der ÖVP-FPÖ Regierungsbildung im Jahre 2000 z.B. waren für Jörg Haider eine Verschwörung des österreichischen Bundespräsidenten und „der Linken“ mit der EU-Spitze, Untersuchungen und Verurteilungen der Gerichte waren und sind für Berlusconi immer eine Verschwörung von Staatsanwälten und Richtern, der Wahlkampf der SPÖ in Wien im März 2001 war für die FPÖ von einem Berater von der US-Ostküste gesteuert (ein Code für das internationale Judentum), usw.“
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WIE MAN DEMAGOGISCHE KOMMUNIKATION ERKENNT
Liste der 100 Muster siehe weiter auf
https://gkrejci.blogspot.com/2015/09/wie-demagogische-kommunikation.html?showComment=1453412325288
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Quelle:
Ein Klassiker der Theorie der Propaganda
Mythos Markt
Jenseits der Hierarchie
Haider Light
Dr. Walter Otto Ötsch
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… über die technotronische Ära!

Die neue Heilsbringerin heißt „digitale Bildung“. Sie soll Schülern das Lernen erleichtern und sie intelligenter machen, doch immer mehr sagen, dass das Gegenteil der Fall ist.
Wir marschieren mit Riesenschritten auf ein technotronisches Zeitalter zu. Eine Ära, welche die Menschen mit Maschinen und Computern dominiert.
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Doch wer wird in der Zukunft eine voll digitalisierte Welt kontrollieren ?
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Schon Zbigniew Brzezinski,
Sicherheitsberater von US-Präsident Jimmy Carter und Professor für US-amerikanische Außenpolitik, schrieb bereits in den 1980er Jahren über das “technotronische Zeitalter”:
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“ Die Auswirkungen des Wechsels von der industriellen zur
technotronischen Ära werden ebenso tief greifend sein, wie der Wechsel von der Agrar- zur industriellen Gesellschaft.
Die westlichen Industriestaaten sind bei dieser Transformation am weitesten fortgeschritten und entwickeln sich zunehmend zu „technotronischen“ Gesellschaften.
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Durch die heute allgemein als Globalisierung beschriebene Entwicklung werden Kräfte freigesetzt, die in politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Hinsicht von größerer Bedeutung sind als die der französischen Revolution.
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Denn die technotronische Ära umfasst die Einführung einer kontrollierten Gesellschaft!
Eine solche Gesellschaft wird von einer sogenannten “Elite” beherrscht, welche nicht länger an traditionelle Werte gebunden ist.
Es ist dann möglich jeden Bürger ununterbrochen zu überwachen und über jeden eine vollständige, stets aktuelle Akte zu führen, die selbst persönliche Dinge enthält. Auf diese Akten können die Behörden jeserzeit zugreifen!”
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Brzezinski schrieb dies nicht als Privatmann, sondern als Carters Berater für Nationale Sicherheit und führendes Mitglied des Club of Rome !
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Zusätzlich wurde die Bildung systematisch manipuliert, damit wurden junge Menschen hervorgebracht, welche daruf konditioniert sind, eine eben solche Gesellschaft zu akzeptieren. Weiters gibt es die Flut an “Experten”, welche die Mainstreet-Medien weltweit jeden Tag auffahren, um ins vorzugeben, was wir glauben und zu denken haben.
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Charlotte Iserbyt erklärt die Problem-Reaktion-Lösung, welche angewandt wird, um die “Orwellsche Transformation” über die Bildung voranzutreiben: “Eine inszenierte “Bildungs”-Krise folgt der nächsten, und jedesmal bestand die “Lösung” darin, die Programmierung der Wahrnehmung in der Gesellschaft auszuweiten. Kindern, die sich der Programmierung nicht fügen, bescheinigt man “Lernbehinderungen”, “Verhaltensauffälligkeiten”, oder eine Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung” (ADHS).”
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Diese Kinder werden dann mit chemischen Keulen wie Ritalin und anderen Medikamenten “behandelt” und auf diese Weise fügsam gemacht!
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Wenn Kinder nicht mehr auf Bäume klettern und im Dreck wühlen, miteinander Fangen spielen oder Knetfiguren formen, können sie ihre sensorischen Fähigkeiten nicht voll entfalten. Das reale Leben versorgt das wachsende Gehirn mit Impulsen, die für seine Entwicklung unerlässlich sind. Fehlen die vielfältigen Bewegungen und Eindrücke, werden Gehirnstrukturen nicht oder falsch aufgebaut.
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Und mit dem
Internet der Dinge, sollen smarte Geräte uns in die totale Überwachung und Abhängigkeit locken.
Dazu ist die Gesundheit – gerade von Kindern – akut gefährdet, denn „Mobilfunk ist langfristig gesehen so gefährlich wie die Radioaktivität“ .
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Auch die Akzeptanz einer “Orwellschen Gesellschaft” wird eingeimpft, indem man Schulen und Hochschulen so gestaltet, wie die Welt schlussendlich aussehen soll.
Es gibt schon Schulen und Hochschulen, in denen sich überall Kameras befinden und man mittels Fingerabdruck und / oder Iris-Erkennung zB sein Essen bezahlt oder sich in der Bibliothek Bücher ausleiht.
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Das Tempo der technologischen Entwicklung hat sich immens beschleunigt und im Gegensatz zum industriellen Zeitalter sind die Veränderungen durch den Eintritt in die technotronische Ära jedoch nicht mehr territorial begrenzt, sondern werden zu einer globalen Realität.
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Big Brother is watching you” ist so in vielen Bereichen schon Normalität und wie wir aus Erfahrung wissen, ist Datenschutz für Politik und Wirtschaft oftmals nicht mehr als nur der Name. …

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Weiterführende Themen:
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Warum schweigen die Lämmer?
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Informationskapitalismus

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Quelle
– Zbigniew Brzezinski
Die technotronischen Ära
– Charlotte Iserbyt
Deliberate Dumbing Down
– DemoS
– zeitenschrift
Digitale Bildung: Lost in Space
Club of Rome
Herausforderung Transformation

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… wir müssen jetzt beginnen, den Neubeginn zu planen !

Ungeachtet, wie lange der Kahlschlag durch die derzeitige ReGIERung dauert, … wir müssen jetzt beginnen, den Neubeginn danach zu planen !
via Christian Sadil :
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WIR BRAUCHEN:
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1) Eine Bildungspolitik, die unabhängig vom sozialen Status JEDEM KIND GLEICHE CHANCEN einräumt und eine NEUE SCHULE, die nicht entmündigte arbeitslose Bittsteller vor den Toren neoliberaler Konzerne produziert, sondern unsere Kinder und Enkel ermächtigt, eigenständig UND kooperativ die veränderten Herausforderungen einer neuen Zeit anzunehmen und lustvoll kreativ zu bewältigen.
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Weitere Ideen DAZU gibt es hier: www.demos.co.at
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2) Eine radikale Abkehr von der Austeritäts-Politik, welche aktuell die Arbeitnehmer immer mehr verarmt und in die untragbare Abhängigkeit von der Gnade ihrer Ausbeuter verstrickt. Dazu benötigen u.A. eine stufenweise Senkung der wöchentlichen Arbeitszeit um jährlich eine Stunde bei vollem Lohnausgleich über die kommenden 20 Jahre.
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Weitere Ideen DAZU gibt es hier: www.demos.co.at
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3) Die Einführung eines BGE FÜR ALLE – bevorzugt nach dem Modell einer „Sozialen-Leben-Absicherung“ (SLA) – einem umfassenden, neuen Sozialsystem, das wir in den letzten Jahren bereits – inklusive Gegenfinanzierung – bei den DemoS entwickelt haben.
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Weitere Ideen DAZU gibt es hier: www.demos.co.at
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4) Eine neues, GERECHTES BESTEUERUNG-SYSTEM, das GROSSE PRIVATVERMÖGEN und KONZERN-ERTRÄGE endlich zu einem fairen Beitrag verpflichtet, die Steuerflucht vermindert und im Gegenzug die finanziellen Belastungen bei kleineren und mittleren Einkommen TATSÄCHLICH senkt.
Das bedingt u.A. die Einführung einer Vermögens- und einer Erbschaftssteuer für große Vermögen, einer umfassenden Wertschöpfungsabgabe, durch die eine stabile Abgabeleistung für Betriebe auch in Zeiten zunehmender Digitalisierung und Roboterisierung der Arbeitsabläufe sicher gestellt wird und eine Umgewichtung bei den Lohn- und Einkommensteuern. Auch dazu gibt es bereits klare Vorstellungen.
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Weitere Ideen DAZU gibt es hier: www.demos.co.at
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5) Eine große Transparentoffensive zur Bekämpfung der Korruption, eine revolutionäre Verwaltungsvereinfachung, eine Rückgewinnung der Privatsphäre und eine bessere Sicherung der Pressefreiheit – wie es unsere Verfassung garantiert, eine Justizreform, die das Recht wieder für jedermann zugänglich macht und eine umfassende Offensive zur Erleichterung wirtschaftlicher Erfolge von Klein- und Mittelunternehmen, … und vieles mehr!
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Weitere Ideen DAZU gibt es hier: www.demos.co.at
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LASST UNS WENIGSTENS DURCH DEN SCHADEN, DEN DIE DERZEITIGE REGIERUNG SCHON DURCHGESETZT HAT, KLÜGER WERDEN!
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Bist Du dabei?
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www.demos.co.at
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Damals: Nein zur Atomenergie – Heute: Herausforderung Klimawandel!

EINLADUNG zu „40 Jahre Nein zu Zwentendorf“
Mo., 5. Nov. 2018 – 19.00 Uhr
Stiftgasse 8, 1070 Wien, Amerlinghaus, Galerie, 1. Stock
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40 Jahre Nein zu Zwentendorf
Damals: Nein zur Atomenergie – Heute: Herausforderung Klimawandel
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Die Atomindustrie will AKWs gerne als Ausweg aus der Klimaerwärmung verkaufen. Doch weder sind AKWs der Ausweg aus dem Klimawandel, noch hilft Leugnen des Klimawandels oder die „Klimaanpassung“ von Mensch, Umwelt und Wirtschaft gegen die Klimaerwärmung.
Was ist notwendig?
Ein grundlegender Wandel unseres Wirtschafts- und Gesellschaftssystems.
Was bedeutet das und was ist zu tun?
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Podiumsdiskussion mit:

• em. Univ.-Prof. Dr. Helga Kromp-Kolb, Universität für Bodenkultur
• Dipl.-Ing. Mira Kapfinger, „System Change, not Climate Change!“
• Abg.z.NR Alois Stöger, diplômé, Leitender Sekretär der Produktionsgewerkschaft PRO-GE
• ZBRV Robert Wurm, Vorsitzender des Zentralbetriebsrates ÖBB Postbus GmbH / GPF
• Dr. Wilfried Leisch, GewerkschafterInnen gegen Atomenergie und Krieg / ÖSK-proSV
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Mo., 5. Nov. 2018 – 19.00 Uhr
Stiftgasse 8, 1070 Wien, Amerlinghaus, Galerie, 1. Stock
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    © zwentendorf.com / AKW Zwentendorf
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www.atomgegner.at
http://prosv.akis.at
www.prodemokratie.com

Mit kollegialen Grüßen
Redaktionsteam
Österreichisches Solidaritätskomitee (ÖSK)
oesolkom@gmx.at
http://prosv.akis.at
Tel.: 0650 830 7 830