Volle Transparenz bei Entscheidungen auf allen Verwaltungsebenen

Mehr Transparenz führt zu einem stärkeren demokratischen Selbstverständnis!
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Direkte Demokratie darf sich nicht nur auf die gelegentliche Ausübung unseres Stimm- und Mitspracherechts beschränken. Sie soll generell zu einer verstärkten Einbindung der Bürger in die KONTROLLE von Vorgängen führen, die uns alle betreffen.
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Transparente Entscheidungsprozesse zeigen sofort auf, wer in welcher Form auf einen Behördenvorgang Einfluss genommen hat.
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Bessere Kontrolle durch die Bürger erhöht die Nachvollziehbarkeit und damit die Akzeptanz solcher Prozesse und erschwert korrupte Einflussnahme.

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Dass sich mit einer vereinfachten Verwaltung und mit Kompetenzbereinigung einige Milliarden einsparen ließen, darüber belehrt uns der Rechnungshof seit Jahrzehnten in jedem seiner Berichte.
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Das Amtsgeheimnis abzuschaffen ist noch keiner österreichischen Regierung gelungen. Dabei wäre die Realisierung einer „gläsernen“ Verwaltung ein gewaltiger Schritt zur Sicherung der Demokratie.
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Eine transparente Verwaltung deckt sofort auf, wo es unnötige Aufwände, Umwege, Doppelgleisigkeiten gibt, die eine Behandlung eines „Aktes“ verzögern und unnötig teuer machen.
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Gleich zeitig nimmt eine transparente Verwaltung den Bürgern das Ohnmachts-Gefühl gegenüber den Behörden.
Als Partner und Auftraggeber der Behörde wird der Bürger mit seinen Rechten wahr- und ernstgenommen.
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Die BESSERE KONTROLLE DER MACHT DURCH UNS ALLE
muss also ein vorrangiges Ziel bei der sozial gerechten Neuordnung gesellschaftlicher Verhältnisse sein.
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Mach Dich stärker für ein gerechtes Österreich 3.0

aus:

Das Gesellschafts-Leitbild zum Programm der Demos
„UNSERE VISION!“

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Interessante und weiterführende Beiträge:
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Macht braucht Kontrolle!  
Privatisierung öffentlicher Güter und Korruption 
Neustart der Verwaltung 
Korruptionsbekämpfung 1 
Korruptionsbekämpfung 2

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Siehe auch weiters:
Transparenz.
Schlüsselbegriff einer politischen Anthropologie der Gegenwart 
Maren Heibges

Transparenz ist zu einem Schlüsselbegriff westlicher Gesellschaften avanciert. Mehr Sichtbarkeit, Effizienz, Rechenschaft und Machtkontrolle sollen dadurch in Politik, Verwaltung und Organisationen erzielt werden. Mit der Forderung nach Transparenz verbinden sich Hoffnungen auf eine demokratischere Gesellschaft, ja sogar auf eine bessere Welt.
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Politik ist nicht im engeren Sinne als Staatsverwaltung zu verstehen, sondern weiter gefasst, als Organisation des Sozialen.
Das gegenwartsdiagnostische Potential einer Erforschung von Transparenz liegt darin begründet, dass die Formation zeigt, wie an der Schnittstelle von Wissen, Moral und Informations-technologie zeitgenössische politische Felder machtvoll neu konfiguriert werden.
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Die Digital-Utopie von Richard David Precht

Die Frage ist nicht: Wie werden wir leben?
Sondern: Wie wollen wir leben?
Dieses Buch will zeigen, wo die Weichen liegen, die wir richtig stellen müssen.
Denn die Zukunft kommt nicht – sie wird von uns gemacht!
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Richard David Precht spannt im seinem Buch Jäger, Hirten, Kritiker: Eine Utopie für die digitale Gesellschaft einen großen Bogen von der Dystopie einer ungebremsten Internetwirtschaft bis hin zu einer Utopie, wie die kommende Digitalisierung einen Nutzen für die gesamte Gesellschaft entwickeln kann.
Er beschreibt detailliert, warum es ein „weiter so“ in der Politik nicht geben kann.
– Die Auflösung der Privatsphäre,
– die Entmündigung des Bürgers durch automatische Algorithmen,
– die Vermehrung von Macht und Reichtum von ganz wenigen Menschen,
– der Verlust von Arbeitsplätzen durch Computer und Roboter,
– der Energiehunger von Kryptowährungen und nicht zuletzt
– der Verlust von menschlichen Eigenschaften wie Liebe. Fürsorge und Authentizität sind für ihn wichtige Punkte.
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Das alte Bild der menschlichen Lohnarbeit als prägendes Merkmal individueller Selbstentfaltung und als Garant des Sozialstaats bismarckscher Konzeption hat in einer solchen Welt ausgedient.

Doch Precht entwirft eine Utopie für eine digitale Gesellschaft, die hoffen lässt.
„Sehen Sie, im 24. Jahrhundert gibt es kein Geld. Der Erwerb von Reichtum ist nicht mehr die treibende Kraft in unserem Leben. Wir arbeiten, um uns selbst zu verbessern – und den Rest der Menschheit.“ Mit diesem Zitat beginnt Precht sein Buch !
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Precht erklärt, dass alle Berufe, die durch Computer ersetzt werden können, früher oder später aussterben – doch anstatt die drohende Massenarbeitslosigkeit zu beklagen, sollten wir uns freuen, dass uns die langweilige und entfremdete Arbeit abgenommen werde.
Endlich habe der Mensch Zeit, sein Leben frei zu gestalten und seiner wahren Bestimmung nachzugehen –was für ein luxuriöser Gedanke! .
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Quelle:
audible.de
Goldmann Verlag
thomas-martens.de
vorwaerts.de zeit.de

Politik braucht Bildung und Wissen !

Zur Erinnerung; denn viele haben anscheinend heute dies vergessen: Politik braucht Bildung und Wissen !
Und zwar von den Jungen bis zu den Alten und von den Wählern bis zu den Gewählten !

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung fördert das dringend notwendige Nachdenken über Alternativen und öffnet Perspektiven für eine gerechtere Welt. Gerade jetzt in Zeiten des fragilen neoliberalistischen Weltsystems ist das überaus wichtig!

Die Eckpunkte jedes politischen Handelns müssen Freiheit und Gerechtigkeit in Solidarität, individuelle und soziale Menschenrechte sein.

Publikationen
https://www.rosalux.de/publikationen/ 

RETROSPEKTIVE:


https://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/RosaLux/RosaLux_SO_20Jahre-RLS.pdf
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Rosa-Luxenburg-Stiftung:
«Die Stiftung bringt kritische Denker zusammen und fördert deren Austausch. Damit trägt sie entscheidend zur Erneuerung einer dynamischen und internationalen Linken bei – in einer Phase, in der sich eine ganze neue Generation wegen der inneren Widersprüche des Kapitalismus für kritische Gesellschaftsanalysen und fortschrittlichen sozialen Wandel öffnet
Rick Wolff, US-amerikanischer Wirtschaftsprofessor

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«Die politischen Bildungsprozesse, die von der Stiftung angeschoben wurden, tragen zu einem größeren Gender- und zum sozialen Bewusstsein der Frauen in Guatemala bei. Ich schätze die ‹geschwisterliche›, solidarische Zusammenarbeit sehr. Sie gelingt, weil wir gemeinsameZiele haben: neue Werte und Bedeutungen zu entwickeln. Wir machen weiter mit dem Herzen auf der linken Seite. »
Walda Barrios Klee, Union Guatemaltekischer Frauen

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«Die Rosa-Luxemburg-Stiftung ist ein wichtiger Anlaufpunkt für bildungshungrige Menschen und Plattform für den Austausch über drängende gesellschaftliche Fragen. Ihre Arbeit liefert wertvolle Impulse für die LINKE und das gesamte linke Spektrum. Sie wird auch künftig eine gute Adresse sein, wenn es um kritische und emanzipatorische politische Bildung geht.»
GESINE LÖTZSCH

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«Schon vor einem Jahrhundert hatte Rosa Luxemburg verstanden, dass die Fortsetzung der Logik der Kapitalanhäufung zur Barbarei führt.
Unter der Ägide dieses großen Namens engagiert sich die Stiftung an der Seite derArbeiter der Welt, streitet mit ihnen für die Emanzipation auf demokratischem Weg.»
SamIr Amin, Ägyptischer Ökonom

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«Eure Solidarität ist für uns von außerordentlicher Bedeutung. Wir bewahren das Vermächtnis Rosa Luxemburgs, wonach die Herausbildung eines politischen Massenbewusstseins unumgänglich ist, um soziale Transformationsprozesse voranzubringen. Anerkennung und weiter viel Erfolg bei Bildungsprojekten für die menschliche Emanzipation.»
João P. Stédile, Landlosenbewegung Mst/Brasilien 

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«Die Rosa-Luxemburg-Stiftung ist eine Herausforderung, sich jenseits der aktuellen Tagespolitik viel eingehender mit politischen Themen auseinanderzusetzen und kann daher in jeder Hinsicht ein Gewinn sein. Sie ist ein Ort kritischer Gesellschaftsanalyse und Forum kritisch Denkender, die über gesellschaftliche Alternativen gründlicher nachdenken und ebenso handeln wollen.»
Gregor GYSI

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Quelle:
Rosalux, Sonderausgabe 2010
https://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/RosaLux/RosaLux_SO_20Jahre-RLS.pdf
und
http://bilgungwissen.blogspot.co.at/2013/08/rosa-luxenburg-stiftung-politik-braucht.html
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Siehe zu diesem Thema „Bildung und Wissen“ auch:
Was ist politische Bildung?
Über die Zerstörung der Rationalität in den Bildungsinstitutionen ! 
„Wahres Wissen“ und demokratisch verfasste Gesellschaft 

Warum FPÖVP die AK schwächen/vernichten wollen!

Durch die Schaffung der Arbeiterkammern ist die Arbeiterschaft zur gesellschaftlichen und menschlichen Gleichberechtigung aufgerückt, die durch die gewerkschaftliche Arbeit vorbereitet wurde.

Eine erfolgreiche Vertretung der ArbeitnehmerInnen muss auf drei Ebenen stark sein:
– Vorort im Betrieb (Betriebsräte / Personalvertretung),
– in der Branche (Gewerkschaften) und
– gegenüber Staat und Politik (Arbeiterkammer).

Die AK sendet VertreterInnen in Organisationen wie zB Gebietskrankenkasse, Pensionsversicherungsanstalt, das Arbeitsmarktservice, sowie Arbeits- und Sozialgerichte.

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In der Wirtschaftskammer und der Industriellenvereinigung haben die konservativen und neoliberalen Kräfte das Sagen und schon seit langen wollte die FPÖVP die AK durch die Abschaffung der Pflichtmitgliedschaft schwächen.

Und wer die AK schwächt, schwächt die Gewerkschaften und damit die ArbeitnehmerInnen.

In Österreich gibt es (noch?) eine große KV-Deckung, 95% sind durch Kollektivverträge erfasst.
Es kann sich jeder selbst ausrechnen, was dies bei einer neoliberalen Ausbeutungspolitik ohne AK und Gewerkschaft für die Arbeitnehmerschaft bedeuten würde.

Man kann es auch schon heute am Negativ-Beispiel Deutschland erkennen, wo nur max. 60 % durch KVs abgedeckt sind und trotz nie geahnter, maximalen Gewinnen vieler Firmen es der Arbeitnehmerschaft immer schlechter geht und für viele im desaströsen HarzIV endet.

Nur mit einer sozialen und demokratischen Mehrheit haben die ArbeiternehmerInnen eine starke AK, denn das Ergebnis der AK hat wesentliche Auswirkungen auf die AK-Leistungen!

Die sozialen Ziele  der AK sind unter anderen:

– Anerkennung statt Ausbeutung
Wir fordern mehr Respekt vor der Leistung arbeitender Menschen. Dazu gehört zuerst eine gerechte Entlohnung. Doch Respekt ist mehr: Gesunde und familienfreundliche Arbeitsplätze, an denen ein positives Betriebsklima gefördert wird. Wo Wertschätzung gelebt und Freizeit als solche akzeptiert wird. Und wo betriebliche Mitbestimmung eine Selbstverständlichkeit ist.

Es geht nicht um Jobs, sondern um gute Arbeit, die den Lebensstandard sichert.
Wolfgang Katzian

– Einkommen zum Auskommen
Wer arbeitet, muss auch davon leben können. Darum fordern wir einen kollektivvertraglichen Mindestlohn von 1.500 Euro brutto pro Monat und wirksame Maßnahmen gegen „Lohn- und Gehaltsdiebstahl“. Den ArbeitnehmerInnen muss es leichter gemacht werden, von Teilzeitjobs in Beschäftigungen mit mehr Stunden zu wechseln.

Leistung muss sich lohnen – das muss auch für die Beschäftigten gelten!
Erich Foglar

– Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit
Die Einkommensschere in Österreich muss geschlossen werden. Ein Hebel dazu: In den Betrieben muss echte Einkommenstransparenz durchgesetzt werden und das Gesetz für verpflichtende Gehaltsangaben in Stellenausschreibungen gehört ausgebaut. Dabei soll in Zukunft auch der Ist-Lohn beim jeweiligen Arbeitgeber ausgewiesen werden – nicht nur der Mindestlohn. Aber vor allem müssen Gesetzesverletzungen verfolgt werden.

– Arbeit entlasten, Vermögen besteuern
Wir fordern weniger Steuern auf Arbeit und mehr auf Vermögen. Wer ein Privatvermögen von über einer Million Euro hat, soll einen größeren Beitrag leisten. Mit den erzielten Einnahmen kann die Lohnsteuer reduziert werden. Darüber hinaus lassen sich Investitionen in soziale Dienstleistungen, Bildung, den sozialen Wohnbau und in die Infrastruktur finanzieren.

Gerechtigkeit heißt: Wer viel hat, muss auch mehr beitragen.

– Kein Ausverkauf öffentlicher Dienstleistungen
Internationale Erfahrungen zeigen, dass die Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen für BürgerInnen und betroffene MitarbeiterInnen meist negative Folgen hat.
Arbeits- und Ausbildungsplätze gehen verloren, die täglich notwendigen Dienstleistungen werden teurer und die Versorgungssicherheit ist gefährdet. Etwa in Portugal, wo in vielen Regionen das Wasser nach einer Privatisierungswelle vier Mal so teuer wurde.

– Sechs Wochen Urlaub
Druck am Arbeitsplatz ist ungesund. Um psychischen Erkrankungen vorzubeugen, sollen alle ArbeitnehmerInnen nach 25 Arbeitsjahren Anspruch auf eine sechste Urlaubwoche haben – auch jene, die nicht durchgängig beim selben Dienstgeber beschäftigt waren.

Die Beschäftigten in Österreich gehören zu den produktivsten in Europa. Schon jetzt kommen österreichische ArbeitnehmerInnen auf eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41,8 Stunden. Damit liegt Österreich europaweit an zweiter Stelle. Aber zu viel Druck in der Arbeit macht krank. Das zeigt sich auch daran, dass Österreich bei den psychischen Erkrankungen im europäischen Spitzenfeld liegt.

– Gute Ganztagsschulen für alle SchülerInnen
Alle Kinder sollen so gefördert werden, wie sie es brauchen. Deshalb fordert die FSG, dass alle SchülerInnen die Möglichkeit haben, eine ganztägig geführte Schule mit verschränktem Unterricht zu besuchen. Denn nur in solchen Schulen steht genügend Zeit für die individuelle Förderung der Kinder und Jugendlichen zur Verfügung. Und damit werden die Bildungschancen für alle verbessert.

In unserer Gesellschaft sollen alle Kinder dieselben Chancen haben. Und dazu gehört schließlich auch, dass alle in die gleiche Schule gehen.

– Chancen für die Jugend, her mit der Fachkräftemilliarde
Die FSG fordert die Realisierung der sogenannten „Fachkräftemilliarde“. Alle Unternehmen zahlen dabei ein Prozent ihrer jährlichen Bruttolohnsumme in einen Topf ein. Das bringt eine Milliarde Euro, mit der Betriebe gefördert werden sollen, die Lehrlinge ausbilden.

– Gute Pensionen durch gute Arbeit
Die Höhe der ASVG-Pensionen darf für künftige Generationen nicht verringert werden. Ebenso ist eine Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters abzulehnen. Die Bundesregierung muss dafür sorgen, dass ausreichende Mittel für die Pensionsversicherung vorhanden sind. Der beste Weg dorthin sind eine starke Beschäftigung und Arbeitsbedingungen, unter denen Menschen im Beruf länger gesund bleiben.

Sollte einer der üblichen Panikexperten in Sachen Pensionen mal arbeitslos werden, kann er sofort in Hollywood anheuern: Die erfundenen Schauergeschichten über unser Pensionssystem reichen locker für ein Dutzend Horrorfilme. Paul Kovanda

Österreich hat eines der leistungsfähigsten Pensionssysteme in der EU. Die älteren Generationen sind finanziell abgesichert und ihre Kaufkraft bleibt erhalten.

EU-Berechnungen zeigen, dass der Finanzierungsbedarf dafür NICHT explodieren wird. Ein staatliches Pensionssystem ist weitaus stabiler ist als die private Vorsorge, wie nicht zuletzt die Finanzkrise gezeigt hat.
In Folge der Einbrüche auf den Finanzmärkten wurden nach 2008 viele PRIVATE Pensionen stark gekürzt.

weiter Themen sind:

– BESCHÄFTIGUNGSOFFENSIVE, Investieren, um Arbeit zu schaffen
– PENDELN, Ausbau des öffentlichen Verkehrs
– WEITERBILDUNG, eine Woche bezahlte Weiterbildung pro Jahr
– ERSCHWINGLICHES WOHNEN, Wohnen muss billiger werden – LEISTBARES LEBEN, Lebensmittelpreise senken
– BESSERE KINDERBETREUUNG, mehr Betreuungsplätze für Kleinkinder
– PFLEGE, Pflege durch Profis
– FINANZMÄRKTE, neue Finanzkrisen verhindern
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Quelle
AK
ÖGB

Ich habe einen Traum !


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Statement von Markus Gartner bei der Solidarwerkstatt-Kundgebung „Es lebe der Staatsvertrag!“ anlässlich des 63. Jahrestages der Unterzeichnung des Österreichischen Staatsvertrags am 15. Mai 2018 in Wien.

Liebe Österreicherinnen und Österreicher!

Ich habe einen Traum – den Traum der neutralen Friedensrepublik Österreich im Geiste eines Bruno Kreiskys und eines Leopold Figls – jener zwei Politiker, die federführend den österreichischen Staatsvertrag ausverhandelten, der dann am 15.Mai 1955 von der österreichischen Bundesregierung im Schloß Belvedere unter dem Motto „Österreich ist frei“ präsentiert wurde.

Jenes „Österreich ist frei“ müssen wir wieder für uns entdecken und weiterentwickeln.
– Österreich soll frei sein von Armut, Arbeitslosigkeit und Ungleichheit.
– Österreich soll frei sein von Ausgrenzung, Fremdenhass und Rassismus.
– Österreich soll frei sein vom umweltschädigenden Freihandel, militärischer Aufrüstung und den neoliberalen EU-Verträgen.
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Setzen wir uns ein für ein Österreich, das frei, unabhängig, selbstständig, weltoffen, demokratisch, solidarisch und – und das ist das Wichtigste – neutral ist. Die Neutralität sorgt für Frieden in Österreich und trug auch für den Weltfrieden bei – bewahren wir uns daher unsere Neutralität.

Es lebe die neutrale Friedensrepublik Österreich!

Markus Gartner ist unabhängiger politischer Aktivist und Autor des Buches
„Politik muss wieder für die einfachen Menschen gemacht werden“.
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Zum Thema „Neutralität“ siehe auch:
Immer noch unverzichtbar: Unsere Neutralität
http://www.demos.co.at/immer-noch-unverzichtbar/

 

Kapitalismus; Privatisierung öffentlicher Güter und Korruption

Am 15.9.2008 kollabierte mit der Investmentbank Lehman Brothers zugleich die letzte Großideologie des 20.Jahrhunderts: Der Neoliberalismus. In den zwei Jahren vor der Finanzkrise hatten die Manager von Lehman allein an Bonuszahlungen acht Milliarden US-Dollar kassiert –Belohnungen für jene „Finanzprodukte“, die in die Pleite führten, oder Schweigegeld?

Heute werden die Billionenverluste der Finanzwirtschaft sozialisiert (d.h. den Staaten und damit den Bürgern aufgehalst), die Profite aber bleiben privatisiert. Wie –außer durch Korruption– lässt sich erklären, dass Medien und Politik dies alles propagierten und legalisierten?
Enron, ComRoad, Andersen alias Accenture, Flowtex, Bertelsmann, Blackwater –die Machenschaften großer Firmen müssen heute auch aus kriminologischer Sicht analysiert werden. Die Privatisierung der öffentlichen Güter vom Wasser bis zur Bildung, selbst des Militärs, bedrohen uns weiterhin.

Die Auswirkungen der Privatisierung auf die Gestaltung des öffentlichen Raums und daher auch auf die Rahmenbedingungen menschlicher Sicherheit sind weitreichend.

Menschliche Sicherheit bedeutet Freiheit von Furcht und Freiheit von Mangel („freedom from fear“ and „freedom from want“; UNDP 1994 ), die alltäglichen Bedrohungen durch Krankheiten, Hunger, Arbeitslosigkeit, Verbrechen, soziale Konflikte, politische Repression und Umweltschäden sollen ein Ende haben.
Die Bereiche, in denen menschliche Sicherheit zu Beginn des 21. Jahrhunderts bedroht ist, können unschwer identifiziert werden. Es sind die Umweltsicherheit im Sinne der Verfügbarkeit lebenswichtiger Ressourcen wie sauberer Luft, fruchtbarer Böden und sauberen Wassers. Damit ist eng die Ernährungssicherung verbunden, und zwar sowohl im Sinne von „food security“ als auch im Sinne von „food safety“.
Doch als Folge eines weltweiten Verdrängungswettbewerbs steigt die Arbeitslosigkeit und es wächst die Arbeit im Schattenreich der Informalität.

Zusätzlich werden nun auch öffentliche Güter wie zB. Wissen, Wasser, Straßen, Opern, Strände, Bergkulissen, die öffentliche Sicherheit und die Feuerwehr zum Ziel renditesuchender Kapitalanleger.
Und wie unrentable Immobilien durch steuerliche Regelungen privaten Anlegern hohe Profite gebracht haben, so können auch öffentliche Güter zur Erzeugung von Renditenn genutzt werden!
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Was wäre nun bei einer Privatisierung öffentlicher Güter zu berücksichtigen:

o Die Folgen für die Marktstrukturen; wird das öffentliche lediglich durch ein privates Monopol ersetzt?
o Die Folgen für Effizienz und Produktivität der privatisierten Einrichtungen; kommt die erwartete Steigerung zustande?
o Die Wirkungen auf die Beschäftigten, und zwar sowohl im Hinblick auf die Zahl der Beschäftigten als auch auf die Qualität der Arbeit, die Sicherheit der Arbeitsplätze etc.;
o Die Folgen für Kosten und Preise, die die Nutzer der nun privatisierten Güter und Dienstleistungen zu bezahlen haben;
o Die Konsequenzen für die Versorgungssicherheit, d.h. auch für Umwelt und Gesundheit;
o Die Wirkungen im globalen Rahmen, insbesondere in bezug auf EU-Regeln und GATS-Verhandlungen.
Doch in aller Regel ist bei Privatisierung öffentlicher Einrichtungen und Güter auch Korruption im Spiel.
Korruption kennt viele Dimensionen.
Sie reicht von der kleinen Bestechung von Staatsdienern über die Bestechung im großen Stil von hohen Beamten, ja von Staatspräsidenten und Königshäusern.
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Auch die Kriminalität des Managements privater Unternehmen weist alle Elemente der Korruption auf, nämlich private Bereicherung auf Kosten Dritter, zumeist der Beschäftigten, der Kunden und der Staatskasse, illegales Handeln, Intransparenz.
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Die Schädigung der Allgemeinheit zu Gunsten privater Vermögen ist das Prinzip!

Doch der Kapitalismus ist nicht stabil und krisenfrei. Die Finanzkrisen der vergangenen Jahrzehnte, sind für wachsende Ungleichheit, ja für Armut und Elend in der Welt verantwortlich.
Und eine kapitalistische Gesellschaft ohne Öl versinkt (derzeit immer noch) im Chaos. Im Innern der Gesellschaft reifen jedoch glaubwürdige Alternativen heran (solidarische Ökonomie, ökologisch nachhaltige Gesellschaft).Der Kapitalismus wie wir ihn kennen, gerät an ein Ende!
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Quelle:
Elmar Altvater
– Privatisierung und Korruption: Zur Kriminologie von Globalisierung, Neoliberalismus und Finanzkrise
– Was passiert, wenn öffentliche Güter privatisiert werden?
– Das Ende des Kapitalismus wie wir ihn kennen

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                                                     Elmar Altvater
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Weitere Informationen siehe auch:
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– Der Ausverkauf der Republik !
http://www.demos.co.at/der-ausverkauf-der-republik/
– Chaos, Fassadendemokratie, tiefer Staat, und …
http://www.demos.co.at/chaos-fassadendemokratie-tiefer-staat-und/
– Globalisierung durch Wandel? Wandel durch Globalisierung?
http://www.demos.co.at/globalisierung-durch-wandel-wandel-durch-globalisierung/
– Korruptionsbekämpfung
http://www.demos.co.at/korruptionsbekaempfung/
– Korruptionsbekämpfung 2
http://www.demos.co.at/korruptionsbekaempfung-2/
– wenn wir jetzt nichts tun …
http://www.demos.co.at/wenn-wir-jetzt-nichts-tun/
– Er macht Mut, dass auch Veränderungen möglich sind.
http://www.demos.co.at/er-macht-mut-dass-auch-veraenderungen-moeglich-sind/
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