Was oder wer ist autoritär ?

Autoritär
ist ein Wort, das Ende des 19. Jahrhunderts aus dem französischen autoritaire (dieses vom franz. auteur, wie das deutsche Wort Autor sich vom lat. auctor ableitend) entlehnt worden sein soll.
Dies ist im Unterschied zu Autorität, das sich im 15. Jahrhundert aus dem lat.  auctoritas ableitete, ebenfalls auf lat. auctor zurückgehend.
Wörter mit ähnlicher Bedeutung (Synonyme) zu autoritär sind zB: beengend, herrschaftsbegierig, willkürlich, bedingungslos, herrisch, uneingeschränkt, bevormundend, unterdrückend, absolutistisch oder barbarisch.
.

Die Hauptbedeutung von „autoritär“ kommt in verschiedenen Zusammen-hängen zur Anwendung:

Sozial-psychologisch
spricht man von einem autoritären Charakter oder ähnlich von einer autoritären Persönlichkeit und versteht darunter „menschliche Charaktere, die sich durch ein ausgeprägtes Überlegenheitsgefühl, überzogenen Machtanspruch und das Unterwerfen Schwächerer auszeichnen und dadurch Intoleranz, Dogmatismus und Unfreiheit fördern.
Politikwissenschaftlich
ist unter anderem die Rede von Autoritarismus als Ideologie bzw. von autoritären Regimen, die sich dadurch auszeichnen, „dass sie
(a) die Möglichkeiten demokratischer Mitwirkung stark einschränken,
(b) öffentliche Willensbildungsprozesse (Presse-, Informationsfreiheit) und die öffentliche Auseinandersetzung über politische Entscheidungen stark behindern und
(c) die pluralistische Interessenvielfalt begrenzen.

Es gibt Menschen, die nur ihre eigene Meinung zulassen, diese nennt man autoritär. Doch auch Regierungen können so sein.

 

Ein Land, welches demokratische Mindeststandards (Demokratie)
nicht erfüllt
, wird als autoritäres Land bezeichnet, das Regierungssystem dieses Landes ist ein autoritäres System. Bei Regierungen bedeutet autoritär, dass nur Parteien mit der gleichen Meinung erlaubt sind. Bürger und Bürgerinnen dürfen nicht in der Politik mitreden. Außerdem dürfen die Medien nichts Kritisches über die Regierung schreiben. Sie dürfen nicht darüber schreiben, was nicht passt. Zum Beispiel regiert eine Diktatur autoritär.

Autoritäre Systeme
waren auch bei den Blockfreien Staaten (z.B. Jugoslawien unter Tito von 1945–1980 oder Kuba seit 1959) und faschistische Staaten (z.B. Italien unter Mussolini von 1922–1943, Österreich von 1933–1938 oder Spanien unter Franco 1939–1975). Auch heute gibt es noch viele autoritäre Systeme, z.B. in China, Saudi-Arabien oder Libyen bis zum Sturz Gaddafis.Die Türkei zB verwandelt sich jedoch immer mehr von einem autoritären System in eine Diktatur, wo die Kontrolle insbesondere auch die traditionellen staatlichen Zwangsmittel der Exekutive selbst, – Militär, Justiz, Polizei und staatliche Behörden – , der Macht des Diktators, sei es eine einzelne Person und/oder einer Gruppe komplett unterliegt !
In autoritären Systemen kontrolliert der Staat nicht alle gesellschaftlichen Bereiche, sondern es gibt gewisse, wenn auch nur sehr kleine Freiheiten für Bürger und Bürgerinnen oder für bestimmte Institutionen (z.B. die Reisefreiheit im titoistischen Jugoslawien oder Sonderregelungen für die katholische Kirche im faschistischen Italien). Totalitäre Systeme (Totalitarismus) üben auch autoritäre Systeme Terror aus, unterdrücken politische Gegner und Gegnerinnen und setzen Gewaltmaßnahmen ein, um bestehen zu können.

.

Quelle:
politik-lexikon Schubert,
Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon
de.wikipedia
bpb.de/nachschlagen/lexika/politikl…
rechtleicht.at
vimentis.ch-lexikon
Heilgar Gertler / Autoritäre & Totalitäre Systeme nach Linz
.

Er macht Mut, dass auch Veränderungen möglich sind.

Eigentlich eine Pflichtlektüre für ALLE welche es mit Europa ernst meinen. Es passiert ässerst selten, dass sich ein Medium in Deutschland sich ernsthaft und unvoreingenommen mit Recherchen zu Griechenland / Yanis Varoufakis / Eurogruppe und Troika beschäftigt !
.
Yanis Varoufakis, der damalige griechische Finanzminister in der Finanz / Euro-Krise, hat in “Die ganze Geschichte: Meine Auseinandersetzung mit Europas Establishment” dokumentarisch aufgezeichnet, was er bei den Verhandlungen mit der EU-Troika alles erleben musste. Im Mittelalter wurden Hofberichterstatter gehalten, um die politischen Ereignisse im Leben des Königs zu schönen.
.
Der Bericht von Yanis Varoufakis, dem ehemaligen griechischen Finanzminister, aus der europäischen Okkupationsburg hingegen beschönigt nichts. Im Gegenteil !
Eher wird schonungslos offengelegt, was sich hinter Brüssels Türen während der sogenannten Euro-Krise abspielte, die eigentlich eine Bankenkrise war. Und mit welcher Rücksichtslosigkeit die EuroGruppe unter der Führung ihrer Troika (IWF, EZB & Rat) ganze Gesellschaften in Südeuropa (NICHT nur in Griechenland), für die formale Einhaltung ihrer sozial verwerflichen, Menschen verachtenden und ökonomisch äußerst fraglichen Prinzipien in Geiselhaft nahm.
.
Was passiert, wenn man sich mit der “Euro-Gruppe” anlegt?
Trotz der massenhaften Unterstützung seitens der griechischen Bevölkerung und Varoufakis bestechender und verständlicher Logik seiner Argumente dass die gigantischen Kredite und die damit verbundene gegen Menschen gerichte Austeritätspolitik, die seinem bankrotten Land aufgezwungen wurden, eine zerstörerische Wirkung haben, hatte Varoufakis nur in einem Erfolg:
Europas politisches und mediales Establishment in Rage zu versetzen! Aber die wahre Geschichte der damaligen Geschehnisse ist beinahe unbekannt, weil so vieles in der EU hinter verschlossenen Türen stattfindet. In diesem wagemutigen Bericht deckt Varoufakis alles auf und erzählt die ganze Geschichte von waghalsiger Politik, von Heuchelei, Betrug und Verrat.
.
ZEIT ONLINE:
Eine Pflichtlektüre für Europäer – Von Reinhard Blomert und Ulrike Guérot
http://www.zeit.de/2018/01/yanis-varoufakis-euro-krise-die-ganze-geschichte-buch/komplettansicht .
.
.
Yanis Varoufakis – Die ganze Geschichte: Meine Auseinandersetzung mit Europas Establishment

.

Yanis Varoufakis wurde schnell zur unerwünschten Person auf dem diplomatischen Parkett Europas, doch an der Lederjacke und dem offenen Hemd lag es nicht. Er brach Tabus und war nicht zu korrumpieren.
Nun packt er aus, und wird in seiner Version sogar vom ehemaligen US-Finanzminister Tim Geithner gestützt.

„Meine Bestimmung ist es, die Dinge beim Namen zu nennen“, brachte Yanis Varoufakis es auf den Punkt, was ihn antreibt, schon bevor er Finanzminister wurde. Er tat das als Finanzminister Griechenlands nur ein wenig diplomatischer und danach, jetzt so offen wie noch nie.

Man kann darüber diskutieren, ob es akzeptabel oder jedoch unfair war, mit iPhone-Mitschnitten aus EU-Ratstreffen oder EuroGruppe-Meetings zu arbeiten, die normalerweise geheim bleiben.
Davon einmal abgesehen, hat Yanis Varoufakis ein dokumentarisch minutiös gearbeitetes Dokument der Zeitgeschichte vorgelegt. Über das dürften sich noch zukünftige Generationen von Historikern freuen.
Neben diesem speziell gesamtübersichtlichen Buch, gibt es noch verschiedenste andere Bücher von Varoufakis, wo sich jeder Interessierte zusätzliche, weiterhin ergänzende Information herausarbeiten kann.
.
Yanis Varoufakis – Das Euro-Paradox. Wie eine andere Geldpolitik Europa wieder zusammenführen kann
.

Im Herzen der Krise, welche die EU zu zerreißen droht, steht ein Paradox. Nicht die Kluft zwischen den wirtschaftlich starken Ländern des Nordens und den laxen Ökonomien des Südens treiben die Spaltung voran, sondern absurd genug die gemeinsame Währung, der Euro.
Warum?
.
Yanis Varoufakis – Time for Change: Wie ich meiner Tochter die Wirtschaft erkläre
.

Yanis Varoufakis kämpft als Politiker, Ökonom und Buchautor dafür, die Märkte einer demokratischen Kontrolle zu unterwerfen. Mit allgemein verständlichen Worten erklärt er Ungleichheit, Krise, Schulden und die europäische Finanzpolitik. Und er macht Mut, dass Veränderungen möglich sind.
.
Yanis Varoufakis – Bescheidener Vorschlag zur Lösung der Eurokrise
.

Was will Yanis Varoufakis wirklich? Varoufakis und seine Co-Autoren analysieren die Ursachen der Krise und machen konkrete Vorschläge zu ihrer Lösung.
Sie benennen vier Faktoren: – Die Bankenkrise – Die Schuldenkrise – Die Investitionskrise – Die soziale Krise.
Für jedes dieser Probleme schlagen die Autoren pragmatische Lösungen vor, die weder neue Institutionen erfordern noch gegen geltendes EU-Recht verstoßen und Geber- wie Nehmerländer erheblich entlasten würden.
.
Yanis Varoufakis – Europa kaputt?: Für das Ende der Alternativlosigkeit
.

Der Euro ist weiter instabil, die Ökonomien der Südländer der EU befinden sich am Boden und überall bekommen rechtsextreme Parteien Zulauf. Trotzdem gilt der eingeschlagene Kurs immer noch als alternativlos!!!
Um dieses Dogma zu überwinden, diskutieren in diesem Band die politischen Philosophen und Ökonomen Europas über die Ursache, den Zustand und die Lösung der Eurokrise.
.
Yanis Varoufakis – Der globale Minotaurus: Amerika und die Zukunft der Weltwirtschaft
.

Globalisierung, Gier und fehlende Bankenregulierung, sie alle wurden für die Krise der Weltwirtschaft verantwortlich gemacht.
Doch in Wahrheit sind dies nur Nebenschauplätze eines weit größeren Dramas. Eines Dramas, das in der Weltwirtschaftskrise von 1929 wurzelt und bereits seit den 1970er Jahren auf offener Bühne spielt: als die Welt wider besseres Wissen begann, mit ihrem Geld den Globalen Minotaurus Amerika zu nähren.
.
.